Zwei Lesungen am Sonntag

Wir freuen uns sehr, Sie gleich auf zwei Lesungen aufmerksam machen zu dürfen, die von Ehemaligen aus der Edition Unik organisiert und durchgeführt werden. Beide finden statt am kommenden Sonntag, 25.11.18.

 Schreib dein Buch. (Foto: Markus Bertschi)

Schreib dein Buch. (Foto: Markus Bertschi)

In der Edition Unik sind wir stets darum bemüht, die Bücher und deren Inhalte auch einem grösseren Publikum bekannt und zugänglich zu machen. Wir ermutigen dazu auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Edition Unik – und so freuen wir uns, Ihnen heute gleich zwei Lesungen zu empfehlen. Beide sind auf Eigeninitiative der Ehemaligen entstanden, wofür wir uns herzlich bedanken!

Schriftbilder und Illustrationen
Romi Cash lädt am 25.11.18 im Kulturzentrum Eichen in Schänis zur Ausstellungsbesichtigung und zur Lesung. Die Illustrationen stammen ebenfalls von Romi Cash, gelesen wird von ihr selbst und von Judith Annen.
Details entnehmen Sie bitte dem Beitrag im Veranstaltungskalender.

1968 und danach
Bruno Glaus lädt ebenfalls am 25. November zur Lesung, und zwar ab 16.30 Uhr im Museum Zeitfalten in Uznach. Eine weitere Teilnehmerin der Edition Unik wird auch aus ihrem Buch vorlesen. Im Anschluss an die Lesung erwartet Sie am «Roundtable» eine unterhaltsame Diskussion mit zusätzlichen Gästen.
Details entnehmen Sie bitte dem Beitrag im Veranstaltungskalender.


Was ist eigentlich der Unterschied zwischen «Lesung» und «Café»?
Schon während des Pilotprojekts von 2015 haben wir vom Projektteam die Teilnehmenden zum (Vor-)Lesen ihrer Geschichten motiviert. Dabei ist uns eine grosse Resonanz entgegengeschlagen und so führen wir mit Partnern seit 2016 die Edition Unik Cafés durch. An vier Veranstaltungsorten finden pro Jahr je zwei öffentliche Cafés statt, an denen Teilnehmer/innen und Ehemalige aus ihren Büchern vorlesen. Diese Cafés führen wir gemeinsam mit den entsprechenden Veranstaltungspartnern durch.

Die Lesungen hingegen werden selbstständig und von uns unabhängig von Teilnehmenden und Ehemaligen organisiert und durchgeführt. Wir unterstützen die Organisierenden auf Anfrage mit Material und auch mit Aufrufen zur Lesersuche u.ä. Die Teilnehmenden sind vollkommen frei: Inhaltlich in ihren Büchern und natürlich auch im Umgang mit diesen Büchern und ihren Inhalten.


2. Netzwerkveranstaltung der Herbstrunde

Pro Schreibrunde gibt es je vier interne Veranstaltungen, dazu gehören auch die beiden Netzwerkveranstaltungen. Die erste findet in der ersten Hälfte der Runde statt, die zweite in der zweiten. Dabei stehen stets die Anliegen und Fragen der Teilnehmenden im Zentrum.

Bilder, Fotos, Grafiken: Welche Vorgaben gibt es dafür? Wie stelle ich sicher, dass die Qualität stimmt? Wie bearbeite ich die Bilder?

Die Edition Unik ist ein Schreibprojekt, wir legen das Hauptaugenmerk auf Inhalte und Texte. Trotzdem ist es möglich, dem eigenen Buch Bildmaterial hinzuzufügen. Grundsätzlich kann pro Kapitel eine Bilddatei (.jpg oder .png) gespeichert werden; diese Dateien werden stets oben an der Seite angeschlagen und erscheinen immer auf der linken Seite vor Beginn des jeweiligen Kapitels im Buch. Man kann, muss aber keine Bilder hochladen.

Es gibt keine speziellen Anforderungen an das Bildmaterial, grundsätzlich gilt aber: Je besser das Ausgangsmaterial, desto besser das Endresultat. Das Druckverfahren wurde so gewählt, dass auch Material nicht optimaler Qualität gut verarbeitet wird und im fertigen Buch überzeugt.

Umgang mit Personen und Quellen: Wie schütze ich Personen, ohne dabei die Erzählung zu «zensieren»? Weise ich Quellen überhaupt aus und wie?

Die Bücher, die in der Edition Unik entstehen, werden von uns nicht verlegt. Dennoch gilt es, einen sorgfältigen Umgang mit Personen, Quellen und Werken zu pflegen. So ist etwa Vorsicht geboten, wenn Geschichten erzählt werden, in denen bestimmte Personen, Institutionen o.ä. schlecht wegkommen. In vergangenen Runden haben sich Teilnehmende etwa zu Anonymisierung und Verfremdung entschieden, wieder andere haben sich beim Feinschliff des Buches dazu entschlossen, von der betreffenden Schilderung abzusehen usw.

Auch taucht die Frage nach dem Umgang mit Quellen auf, etwa, wenn Zeitungsberichte zitiert oder Gedichte anderer Autoren verwendet werden. In der Vergangenheit haben sich Teilnehmende etwa zu einem «Quellenverzeichnis» entschlossen: So haben sie am Ende des Buches ein entsprechendes Kapitel angelegt, auch schon hat es Glossare u.ä. gegeben.

Wir empfehlen sowohl im Umgang mit Personen als auch mit Quellen, fair zu bleiben und wo immer möglich auf diffamierende Schilderungen zu verzichten sowie die Quellen zu nennen. Die Bücher der Edition Unik sind zwar für den privaten Gebrauch bestimmt, dennoch ist ein sorgfältiger Umgang mit entsprechenden Daten angezeigt.

Erzählweise: Welche Art von Erzähler wähle ich? In welcher Zeit halte ich die Erinnerungen fest? Wie schaffe ich Distanz?

Sowohl inhaltlich als auch in der Erzählweise sind die Schreibenden frei. Die Zugänge sind denn auch sehr individuell, es entstehen Geschichten in Mundart, in romanartigem Stil mit fiktiven Elementen, aber auch Tatsachenberichte und autobiographische Erzählungen.

Bei der Wahl von Erzählweise und -zeit, Fragen zu Distanz und Nähe oder auch zur Wirkung der Texte empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem Gegenüber. Einige Teilnehmenden organisieren sich im persönlichen Umfeld, andere nutzen die Kontakte untereinander und wieder andere buchen eine/n Mentor/in aus unserem Mentorenprogramm.

Auch das laute Vorlesen der eigenen Texte oder der Wechsel des Mediums können hilfreich sein, wenn es darum geht, Fluss und Rhythmus, Sprache und Stil eines Textes zu beurteilen. Schreibprofis empfehlen zudem, Abstand zu den eigenen Texte zu gewinnen. Lesen Sie dazu auch das Interview mit dem Linguisten und Beirat der Edition Unik Daniel Perrin.

Wir präsentieren Ihnen eine kleine Auswahl an Gesichten, so dass Sie sich einen Eindruck von der Vielfalt der Geschichten machen können, die in den inzwischen 300 Büchern versammelt sind.

Geschichten von Ehemaligen


Weitere Fragmente und Erlebnisberichte finden Sie auch in unserem Journal. Wenn Sie Lust auf ein eigenes Buch bekommen haben – über unser Anmeldeformular melden Sie sich für die kommenden Runden an. Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch bei Fragen zur Verfügung, Sie erreichen uns über unser Kontaktformular oder via E-Mail.

«Fast wie ein Red Bull»

Edition Unik Café vom 28.10.2018 im Karl der Grosse – Ein Rückblick aus dem «Karl».

Lesende: Johanna, Percy, Ueli
Gäste: ca. 20
Moderation: Anna Chudozilov

Die Lesung im Karl der Grosse war einmal mehr kurzweilig und abwechslungsreich. Den Start machte Percy mit seinen beiden Mitlesenden. Sie machten gemeinsam eine Reise in die Kindheit von Percy und gruben Erinnerungen ans Glück und die Unbeschwertheit als Kind aus. Deutlich wurde auch, welch grossen Stellenwert Literatur und Musik in Percys Leben haben. Die Moderation im Anschluss übernahm Anna Chudozilov.

Als nächster las Ueli aus seinen «Märitgeschichten» vom Berner Gemüsemarkt. Die Geschichten, die Ueli besonders für seine Grosskinder aufgeschrieben hat, sorgten für einige Lacher. Die gesammelten Geschichten hat Ueli auf Mundart aufgeschrieben, was sie besonders authentisch machte und für Bewunderung seitens der Moderatorin sorgte. Die Geschichte «450 Gramm Lattich» hat er zum Lesen zur Verfügung gestellt.

Zuletzt las Johanna gemeinsam mit ihrem Sohn aus ihrem Buch «Glückskind» und warf dabei den Blick zurück auf ihre ersten 20 Lebensjahre. Über das Hervorholen von vergessen geglaubten Erinnerungen beim Schreiben ihres Buches sagte sie: «Das Schreiben ist wie ein Fluss, der dich mitnimmt. Es macht einen fliegen – fast wie ein Red Bull!»

Stimme aus der Edition Unik

Die Idee mit der App ist nicht nur hilfreich beim Schreiben eines eigenen Buchs, sondern schlicht genial. Der Aufbau und die 3-teilige Struktur sind einfach und helfen, den Text zügig zu einem Ende zu bringen. Technisch ist es so gestaltet, dass auch weniger geübte User zurecht kommen.
— Katharina Burckhardt, Ehemalige der Edition Unik
  Bild: Joëlle Kost

Bild: Joëlle Kost

Alles halb so wild!

Gedanken zum heutigen Digitaltag von Janine Meyer.

Zeigen, Tatschen und Schmieren, das können schon ganz kleine Kinder. Das können sie sogar schon, bevor sie sich verbal so artikulieren können, dass sie auch von Erwachsenen verstanden werden, die nicht zufällig ihre Eltern sind. Mit den Smartphones sind die Bewegungsabläufe auch für die Grösseren wieder von Bedeutung. Wenn ich mich allerdings an meine ersten Versuche erinnere, als ich mit dem Smartphone zu schreiben versuchte, dann sehen die Erinnerungen etwa so aus:

 

wie und ob neue te hllnologien “unser” Leben verßndern, qill ich an dirser Stelle nicht beantworten, fas kann ivj auchbgat nicht das muss dich nämlich erst zeigen. Eas ich aber kann ist einerseits davob erzählen, wie jeue Technologien, namentluch ein Smartphone mit Touchscreen, “mein” Leben verändern und ich will zwei thesen aufstellen: Man erkennt sofort, was sich vrrändett, die Savhe mit der Orthographie nämlich. Was mich übrigens zu een Thesen bringt: 1. “Durch die regelmässige Nutzung wird die Handhabung einfacher, flüsdiger” 2. “Gegen Ende dieses Textes werden meine Fehler weniger, das Schreiben geht flüssiger” Zweites sich sich beteits zu bestätigen – oder auch nicht -.-

 

Und trotzdem gilt es, sich mit der Gegenwart auseinanderzusetzen und sich mit ihr anzufreunden. Sonst kann man das mit der Zukunft auch gleich vergessen. Und zum Auseinandersetzen und Anfreunden gehören nun mal die Mühen der Umgewöhnung. Das Schreiben von Hand habe ich irgendwann gelernt. Diese Kulturtechnik hat sich in mein Gehirn und meinen Körper eingeschrieben. So tief, dass es nicht selbstverständlich ist, sie hinter sich zu lassen.

Bildgebende Verfahren bestätigen heute, was schon lange Zeit vermutet wurde: Die Handschrift schreibt sich tatsächlich ins Gehirn ein, sie hinterlässt Spuren, sie verändert unsere Hirnstruktur und unser Denken. Gilt das auch für das Schreiben auf einem Touchscreen, das ja auch irgendwie ein Schreiben von Hand ist? Sind die Bewegungen so intuitiv, so natürlich, dass sich unser Denken gar nicht so sehr verändern wird? Ist alles halb so wild? Oder droht tatsächlich, wie uns so manche Zeitgenossen glauben machen möchten, die digitale Demenz?

Es gibt Untersuchungen und Studien, die darauf hindeuten, dass die Lese- und Schreibkompetenz bei Kindern beeinträchtigt würde, übten sie den Umgang mit neuen Technologien zu früh und zu oft. Es gibt aber auch Untersuchungen und Studien, die das Gegenteil behaupten. Noch weiss die Hirnforschung nicht mit Sicherheit, was die neuen Technologien und die damit höchstwahrscheinlich verbundene Veränderung der Bewegungsabläufe mit unseren Gehirnen anstellen werden; irgendetwas werden sie unzweifelhaft auslösen.

Was man mit Sicherheit weiss: Je nachdem, was der Mensch tut oder nicht tut, werden Gehirnareale aktiviert oder deaktiviert. Unser Gehirn verändert sich also, auch ohne das Zutun neuer Geräte und Technologien. Wäre das nicht so, würden wir vermutlich noch heute in kalten, finsteren Höhlen leben, weil noch niemand auf die Idee gekommen wäre, den Göttern das Feuer zu stehlen.

  Online und offline verbinden sich in der Edition Unik. (Foto: Tibor Nad)

Online und offline verbinden sich in der Edition Unik. (Foto: Tibor Nad)

«Die Feder ist mächtiger als die Tastatur», titelte die Fachzeitschrift Psychological Science im Frühjahr 2014 anlässlich der Publikation einer Studie der Princeton University. Forscher stellten darin fest, dass Studierende, die ihre Notizen digital erfasst hatten, im Gegensatz zu jenen, die ihre Notizen von Hand erfasst hatten, zwar mehr notiert, aber weniger von den eigentlichen Zusammenhängen verstanden hatten. Einige Tage später waren die Handschreiber zudem deutlich besser in der Lage, sich an den Inhalt der Vorlesungen zu erinnern als ihre digital arbeitenden Kommilitonen.

Das bedeutet nun aber nicht, dass wir uns zwischen dem Alten (der Handschrift) und dem Neuen (den digitalen Geräten) entscheiden müssen. Vielmehr können neue Technologien eine Ergänzung oder gar eine Chance sein. Und das weiss auch die Edition Unik: Hier werden Komponenten online und offline zu einem ganzheitlichen Schreibprojekt verbunden.

Verlassen auch Sie bekannte Wege und hinterlassen Sie neue Spuren – warum nicht als in Leinen gebundenes Buch?

Möchten Sie schreiben? Gerne! Die Anmeldung für die Runden 2019 ist geöffnet.


Der Text ist leicht verändert das erste Mal 2014 in der Publikation «Schreiben über Schreiben» der ZHdK erschienen.