EditionUnik

Milde Temperaturen, berührende Lesungen

Lebensgeschichten lesen: Das erste Edition Unik Café 2019 fand im Berner Generationenhaus statt.

Am 28. Februar 2019 fand im Berner Generationenhaus das erste Edition Unik Café 2019 statt. Es bot dem wärmsten jemals in der Schweiz gemessenen Februar einen passenden Abschluss. Draussen waren die Temperaturen mild, drinnen war es in der Cafébar dank über 40 anwesenden Personen wohlig-warm, und im Scheinwerferlicht kamen die Lesenden auf der Bühne beinah ins Schwitzen. Oder lag das doch eher am emotionalen Inhalt der Geschichten?

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Auf der Bühne nahm zunächst die Edition Unik Autorin Verena Raaflaub Platz, gemeinsam mit Sohn Christian und Enkel Noah. Nacheinander lasen sie Portraits von Familienmitgliedern, die Verena aus ihrer eigenen Sicht als junges Mädchen zu Papier gebracht hatte. Eine besondere Rolle spielten dabei sehr unterhaltende Episoden über die Geburten ihrer jüngeren Geschwister.

Rebekka Rossmann, die alleine las, aber ihre Tochter dabei hatte, spannte in ihren Lesungen und Erzählungen den Bogen von ihrer schweren Kindheit in einem sektenähnlichen Umfeld über ihre eigene Befreiung bis zu ihrer heutigen Lebensfreude als Mutter. Neben Erzählungen hat sie ihre Sicht der Dinge auch in Gedichten vorgetragen, die das Publikum sehr berührten.

Die dritte Leserin war Dagmar Agéthen, die in ihrem Buch lustige wie schwere Erinnerungen zu kurzen Episoden verarbeitet hatte, sich in der Lesung aber auf die lustigen konzentrierte. Sie las zwei Kurzgeschichten vor, zeigte sogar auch Fotos dazu und brachte die Veranstaltung zu einem fröhlich-gelassenen Abschluss.

Moderiert wurde das Café von Vera Mosimann vom Berner Generationenhaus.


Café verpasst?
Weitere Edition Unik Cafés und andere Veranstaltungen finden Sie in unserem
Veranstaltungskalender; schauen Sie von Zeit zu Zeit rein, er wird regelmässig aktualisiert.


Ankündigung: Edition Unik Café in Winterthur

Über das eigene Leben schreiben und vom Erleben dabei erzählen.

Kommenden Samstag sind Arlette Yildiz und Peter Zollinger in der Alten Kaserne, Winterthur, zu Gast und lesen aus ihren ganz persönlichen Büchern vor. Sie beide haben in 17 Wochen ein Buch mit ihren Erinnerungen verfasst.

Schauen Sie vorbei und lassen Sie sich von den berührenden Geschichten inspirieren! Weitere Cafés und Lesungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Übrigens
Arlette Yildiz hat im Oktober 2018 mit dem «Kultur-Tipp» über das Schreiben ihres Buches gesprochen.


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Selber schreiben?
Und wenn Sie Lust haben, gleich selbst ein Buch zu schreiben – kein Problem! Für die Zürcher und auch für die Basler Herbstrunde der Edition Unik ist die Anmeldung geöffnet.


Austausch und Vernetzung

In den Frühjahresrunden der Edition Unik haben die ersten Netzwerkveranstaltungen stattgefunden. Dabei geht es vor allem um den Austausch der Schreibenden untereinander, aber auch mit dem Projektteam und je einem Gast.

Es wird nicht ohne Sie, die Teilnehmenden, gehen.
— Frerk Froböse, Projektleiter der Edition Unik an der NW

An der Zürcher Netzwerkveranstaltung (NW) war Edition Unik Mentorin Seraina Kobler zu Gast, an der Basler Runde die Mentorin Jacqueline Beck. Beide sind freischaffende Autorinnen und Journalistinnen und haben Erfahrung mit der Begleitung von Schreibenden.

Die Mentorinnen eröffnen jeweils die Veranstaltung und lesen auch aus eigenen Texten vor. Danach erzählen sie vom eigenen Erleben beim Schreiben, von den Erfahrungen in den Mentoraten und auch sonst aus ihrer Berufspraxis. Daran anschliessend stehen sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Verfügung. Fragen, die die Schreibenden beschäftigen, sind immer mehr inhaltlicher Natur, etwa zur Erzählperspektive, zu den Zeitformen, zur allgemeinen Textarbeit. Auch im anschliessenden Austausch in Kleingruppen sind diese Fragen prägend. Aus den Antworten der Mentorinnen, des Projektteams und einzelner Teilnehmender wird schnell deutlich: Allgemein gültige Aussagen gibt es nicht, denn jeder Text, jedes Buchprojekt ist so individuell, wie sein/e Urheber/in.

Aus den Antworten lassen sich trotzdem Tipps ableiten:

Wechseln Sie die Perspektive: Wenn aus der auktorialen Perspektive plötzlich eine Ich-Perspektive wird, ändert sich nicht nur die Distanz:

 

«Lauf, mein Kleiner!» rief die junge Mutter, drehte sich um und breitete die Arme aus. Der Junge drehte sich um, sah, wie sie die Schatten abhielt, sah, wie sie zu gewinnen schien, sah, wie die Schatten sie übermannten …

«Lauf, mein Junge!» rief ich ihm zu, breitete meine Arme aus und kehrte ihm den Rücken. Mein Kleiner wollte mich nicht alleine lassen und musste mitansehen, wie ich die Schatten erst abhielt und dann doch nicht stand halten konnte …

 
Austausch im Unternehmen Mitte, Basel.

Austausch im Unternehmen Mitte, Basel.

Fragen Sie sich auch mal, was Sie mit Ihrem Buch nicht erreichen möchten. Möchten Sie Ihren Liebsten etwas aus Ihrem Leben erzählen? So fragen Sie sich, wie Sie bestimmte Episoden auf keinen Fall erzählt haben möchten. Oder schreiben Sie eine Negativliste: Notieren Sie das Gegenteil zu dem, was Sie eigentlich sagen wollen.

Statt: «Es war ein sonniger Tag, die Wärme tat gut …» schreiben Sie etwa: «Es war ein grässlicher Tag. Die Sonne knallte vom Himmel, ich schwitzte, alles klebte ...» Eine solche Herangehensweise kann helfen, festgefahrene Muster zu durchbrechen und neue Ideen zu entwickeln.

Denken und lesen Sie laut
Oft äusserst gewinnbringend ist es, wenn Sie sich mit anderen über Ihre Texte austauschen: Zeigen Sie sie im privaten Umfeld, sprechen Sie mit jemandem darüber, testen Sie Ihre Ideen beim Gespräch. Sind die Texte zu persönlich oder noch nicht ausgereift genug, so lesen Sie sie laut. Dafür brauchen Sie keine Zuhörer/innen, das laute Lesen alleine hilft, Holperndes und Stolperndes im Text zu erkennen.

Bleiben Sie dran
Die Arbeit am und mit dem eigenen Text ist manchmal aufwändig, manchmal entnervend und manchmal gar mühsam. Aber wir versprechen Ihnen: Es lohnt sich! Unzählige Stimmen aus der Edition Unik bestätigen immer wieder den gewinnbringenden, heilsamen, inspirierenden Aspekt beim Schreiben.

Seraina Kobler liest im «Kosmos» aus ihren Texten.

Seraina Kobler liest im «Kosmos» aus ihren Texten.

Vertrauen Sie der Technik
Fragen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Frühjahresrunden umtreiben, betreffen auf der anderen Seite auch technische Aspekte: Kann man dem Buch Bilder hinzufügen? Oder: Lassen sich die bisher gesammelten Notizen ablegen, ausdrucken und versenden? Müssen die Texte immer wieder gespeichert werden und empfiehlt sich eine zusätzliche Sicherung?

Bilder: Ja, man kann dem Buch Bilder hinzufügen, aber nur eingeschränkt. Das Layout ist gesetzt, die Bilder werden stets oben an der Seite angeschlagen. Pro Kapitel kann ab einem bestimmten Projektzeitpunkt eine Bilddatei hinzugefügt werden; die Bilder werden schwarzweiss gedruckt. Einen Eindruck der Bücher vermittelt der Bericht: «Die Bücher»

Ausdrucken & Co.: Sowohl die Notizen der ersten Etappe als auch die Kapitel der zweiten Etappe lassen sich als PDF speichern. Dieses PDF kann beliebig oft erzeugt werden und es lässt sich wie bei PDFs üblich ablegen, ausdrucken, versenden usw.

Speichern: Die Texte werden in einer Cloud gespeichert, und zwar sobald eine erste manuelle Speicherung vorgenommen wurde. Und solange die Internetleitung stabil ist. Dennoch entscheiden sich einige für eine doppelte Sicherung der Texte, dagegen hat die Edition Unik nichts einzuwenden. Urheber- und Verwertungsrechte sind stets bei den Teilnehmenden.


2019: Zu Gast in der Kantonsbibliothek Liestal

Auch dieses Jahr finden wieder öffentliche Lesungen mit unseren Teilnehmenden und unseren Ehemaligen statt, und zwar je zwei Mal an vier Orten.

In der Region Basel finden die Cafés künftig in Liestal, und zwar in der Kantonsbibliothek Baselland (KBL) statt. 2005 wurde sie neu eröffnet und beherbergt heute über 100’000 Bücher. Hier treffen sich Literatur und die Fragen des Lebens, die Menschen treten miteinander in den Dialog, debattieren und diskutieren, ein wunderbarer Rahmen für ein Edition Unik Café, das ja auch zum Austausch anregen will.

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Die KBL ist auch etwas fürs Auge, denn das Gebäude ist etwas ganz Besonderes. 1924 wurde es als Weinlagerhaus errichtet und dann 2003-2005 zur Bibliothek umgebaut. Die Bibliothek schreibt auf ihrer Website über den Umbau, der übrigens von Liechti Graf Zumsteg Architekten ausgeführt wurde: «Mit dem Umbau hat das alte Weinlagerhaus eine formale Transformation erfahren. Eine Laterne überhöht die ursprüngliche Dachform und lässt einen zeichenhaft auf die muralen Sockelgeschosse aufgesetzt wirkenden Dachkörper entstehen. Böden und die daraus emporwachsenden Möbel sind mit leuchtend gelbgrüner Farbe zu einer Raumskulptur vereint, die sich räumlich verzahnt mit der alten Holzstruktur, wo die Stützen gewissermassen aus der Decke nach unten wachsen.»

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Das erste Edition Unik Café in der KBL findet statt am 27. April 2019 ab 14 Uhr. Kommen Sie vorbei und lauschen Sie den persönlichen Geschichten der Autorinnen und Autoren.

Weitere Lesungen und Cafés finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.


Leinengebunden und senfgelb

Muss auf einer Biographie immer ein illustrer, bekannter Name stehen? Wir von der Edition Unik sagen: «Nein!» Denn wir möchten Menschen mit oder ohne Promi-Status zum Aufschreiben ihrer Erinnerungen und Geschichten befähigen – Menschen wie Gudrun Löffler.

Senfgelb: Die Einbandfarben ändern in jeder Runde (Bild: pexels.org)

Senfgelb: Die Einbandfarben ändern in jeder Runde (Bild: pexels.org)

Gudrun Löffler hat in der Edition Unik ihr Buch «Gast, schaff‘ Leben – Vom Fliegenlernen» geschrieben. Sie erzählt darin von dem Herder-Verlag, sie spricht über ihre Kindheit und ihre Emanzipation; sie hat sich mit ihrem Buch freigeschrieben. Nach Abschluss der 17 Schreibwochen hat Gudrun Löffler ihren geschriebenen Befreiungsschlag als in senfgelbes Leinen gebundenes Buch in Empfang nehmen dürfen.

Gesprochen hat Gudrun Löffler über ihre Erfahrungen beim Schreiben auch mit der Christoph Merian Stiftung, die die Edition Unik 2018 finanziell unterstützt. Dabei ist ein berührender Bericht entstanden, der diesen Winter im Magazin «Radar» erschienen ist.

Den vollständigen Bericht lesen Sie hier: «Schreibt euer Buch!»

Selber schreiben? Unbedingt!
Ob es das befreiende Gefühl beim Schreiben ist, das Vergnügen am Geschichten (auf-)schreiben oder der Wunsch danach, etwas zu Bleibendes zu hinterlassen – Gründe, um ein eigenes Buch zu schreiben gibt es viele. Egal, was Sie zu uns bringt, wir freuen uns darauf, Ihnen während der 17 Schreibwochen unterstützend zur Seiten zu stehen! Noch sind Plätze in allen Runden 2019 frei.