Edition Unik Café

Ankündigung: Edition Unik Café in Winterthur

Edition Unik Café: Über das eigene Leben schreiben und vom Erleben erzählen.

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Kommenden Samstag sind Monique Demierre-Herscher und Percy Usleber in der Alten Kaserne, Winterthur, zu Gast und lesen aus ihren ganz persönlichen Büchern vor. Sie beide haben in 17 Wochen ein Buch mit ihren Erinnerungen verfasst.

Schauen Sie vorbei und lassen Sie sich von den berührenden Geschichten inspirieren! Weitere Cafés und Lesungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

«Sneak Preview»
Monique Demierre-Herscher hat uns ihren Beitrag «Buhl» fürs Journal zur Verfügung gestellt.


Selber schreiben? Neu auch in Bern!
Wenn Sie Lust haben, gleich selbst ein Buch zu schreiben – kein Problem! Die
Anmeldung für die Frühjahrsrunden 2020 ist geöffnet. Neben Basel und Zürich führen wir im Frühling 2020 auch eine Runde in Bern durch. Alle Runden beginnen in der Kalenderwoche 2.


Znüniperlen

Eine Anekdote von Peter Zollinger. Er hat in der Edition Unik sein Buch geschrieben.

Wenn die Arbeiter um halb zehn das Wirtshaus verlassen, wird der runde Tisch frei für die Senioren. Die Eingeklemmten sind gegessen, je nachdem bleiben einige Gipfeli übrig. Wir Senioren haben erst spät gefrühstückt, so dass diese Gipfeli nach uns noch im Körblein liegen bleiben. Unsere Wünsche sind den langjährigen Serviererinnen bekannt, zuerst ein Kaffee Crème, dann zum Abrunden einen sauren Most oder eine Glas Weisswein, im Sommer ein Bier. Meistens beginnen die Gespräche mit einem Abtasten, gibt es brennende aktuelle Themen, hat sich etwas ereignet, das noch diskutiert oder aufgearbeitet werden muss. Ein 92jähriger liest täglich früh am Morgen den Tagesanzeiger, nicht nur die Schlagzeilen, nein auch die Hintergrundberichte und Ratgeber. Die Frage einer Leserin, ob es richtig sei, dass ihre Reinigungsfrau während dem Putzen der Wohnung das WC benutze, hat ihn beschäftigt. Für uns kein Thema, die einen habe noch eine Frau, die anderen müssen selber putzen, keiner kann sich eine Reinigungsfrau leisten. Über unsere eigenen Erfahrungen beim Putzen tauschen wir uns nicht aus, das verbietet der Stolz.

Peter Zollinger am Edition Unik Café in der Alten Kaserne (Frühjahr 2019).

Peter Zollinger am Edition Unik Café in der Alten Kaserne (Frühjahr 2019).

Nicht bei jedem Znüni ergeben sich spannende Gespräche, nicht jeder Znüni wird lustig. Wenn es zu politisch wird, ist es sowieso Zeit zu gehen. Politik vergiftet den Znüni. Aber es gibt Tage, da schmilzt das Eis, der Redefluss plätschert wie ein fröhliches Frühlingsbächlein. Dann lösen sich die Zungen, die Augen glänzen und Zeit und Ort geraten in Vergessenheit. Das sind Momente, in denen die Geschichten den Weg aus tiefer Seele ungehindert auf die Zungen finden und wir alle dem Erzähler an den Lippen hängen. Die Welt ganz klein, nur wir Alten am runden Tisch. Der Alltag weit weg, unser momentan einziger Wunsch, dass diese besondere Stimmung noch möglichst lange anhält. Eine erfahrene Serviererin spürt das, und sie kommt nicht an den Tisch und fragt: «Hat noch einer einen Wunsch?» Wir haben in diesen Momenten keine Wünsche, keine Bedürfnisse. Es sind Momente, wo wir die Schmerzen im Rücken nicht spüren, wo wir vergessen, dass noch Pflichten auf uns warten, wir sind einfach da im Hier und Jetzt. Abgedriftet in unsere Jugend, ins Militär oder andere Geschichten, die noch erzählt werden müssen. Man kann Geschichten auch mehrmals erzählen, aber man muss sie neu ausschmücken, dramatischer und spannender erzählen. Sie werden immer besser, sie erhalten eine Art Patina. Die Begriffe «Jägerlatein» oder «Fischerlatein» greifen hier nicht. Es sind die Feinheiten, ein ansteckendes Lächeln, bevor die Erzählung beginnt, eine etwas längere Pause machen oder einen Schluck Kaffee nehmen, um die Spannung etwas länger aufrecht zu erhalten. Irgendwann beginnen auch die Schweiger zu erzählen, ihre Zungen lösen sich, sie strahlen, weil sie ihre Hemmungen überwunden haben. Sie rücken näher an den Tisch, ihre Hände, die eben noch schwer auf dem Tisch lagen, untermalen das Gesagte, es ist, als würden sie parallel zum Erzählen ein Bild malen. Die Zeit scheint still zu stehen. So überraschend sich diese Stimmung immer wieder einstellt, so löst sie sich wieder auf. Es ist, wie wenn sich an einem Herbstmorgen der Nebel auflöst, das Mystische ist vorbei, der Alltag wieder da. Ein schöner Alltag, der sich nach einem solchen Znüni wie die wärmende Herbstsonne anfühlt.

Hier eine Geschichte vom «Znünitisch»
Die Stammer sind bei einem Schneefall Anfang März nochmals mit Schneepflug und Pferden ausgerückt. Gegen Ende der Tour sind sie in einem Gasthaus in einer Aussenwacht eingekehrt und haben den wohlverdienten Kaffee getrunken und etwas Kleines gegessen. Es hat sich ergeben, dass es nicht bei dem einen Kaffee geblieben ist. Die Einkehr hat sich ausgedehnt und in die Länge gezogen. Vorsorglicher Weise hatten sie den Pferden Decken übergelegt. Es gab einfach viel zu erzählen. Wie so oft bei solchen Gelegenheiten, wurden die Geschichten mit zunehmender Dauer immer farbiger und verwegener, kein Grund sich zu beeilen, man würde sonst etwas verpassen. Irgendwann kam dann doch der Zeitpunkt zum Aufbruch. Als die strammen Bauern vor das Gasthaus traten, spürten sie den warmen Westwind und stellten mit grossem Schrecken fest, dass sich der Schnee in der Zwischenzeit in Wasser aufgelöst hatte. Es wurde allen klar, auf der apern Strasse konnten sie unmöglich mit dem Schneepflug nach Hause, der Lärm hätte die Leute aufgeweckt und sie wären anderntags dem Gespött der ganzen Talschaft ausgesetzt gewesen. So wurde einer ins Dorf geschickt um einen geeigneten Wagen zu holen, auf den der Schneepflug geladen werden konnte. Die andern zogen sich gezwungenermassen ins Restaurant zurück. Mit dem Schneepflug auf dem Brückenwagen kehrten sie weit nach Mitternacht ins Dorf zurück. Irgendwann wurde die Geschichte, zur grossen Freude der Talbewohner, dann doch publik. Jahrzehnte später wird sie immer noch erzählt, zum Glück.

Mehr von Peter Zollinger lesen?
Anekdote: Grüeni Würscht
Erlebnisbericht: erlebt - erzählt - erfahren


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Grüeni Würscht

Eine Anekdote von Peter Zollinger. Er hat in der Edition Unik sein Buch geschrieben.

In der Nacht hatte der Wind auf Westen gedreht, Regen hatte eingesetzt und die vergangenen schönen Wintertage jäh beendet. Wir Kinder hatten so gehofft, dass der herrliche Pulverschnee über das Wochenende bleiben würde! Am diesem Samstagmorgen hingen graue Regenwolken über dem kleinen Dorf am Bachtelhang. Wir sassen betrübt am Morgentisch, die Mutter hatte den Kochherd eingefeuert, so dass es wenigstens in der Küche schön warm war. Der Vater war schon ausser Haus, wie fast jeden Samstag arbeitete er bei unserem Nachbarn und Hausvermieter, dem Stickelchägi. Wir hatten einen sehr kleinen Mietzins, dafür war der Vater oft am Arbeiten in der Pfähleherstellung. Als Vorarbeiter war er die ganze Woche gefordert, am Samstag wollte er einfach nur in Ruhe Pfähle schinden oder spitzen. Die Mutter war darob nicht immer glücklich, aber es war einfach so.

Es war kurz nach Weihnachten, und wir vier Kinder konnten mit unseren Weihnachtsgeschenken gut verweilen. Mein Götti hatte mir einen weiteren Meccanobaukasten geschenkt, so dass ich einen Kran bauen konnte, dessen Spitze bis auf den Stubentisch reichte. Beschwert wurde er am Fuss mit den Gewichten von Mutters Strickapparat. Dazwischen sass ich am Stubentisch und schaute dem munteren Treiben am Futterhaus zu, das direkt vor dem Vorfenster montiert war. Zum Glück flogen immer wieder Kleiber ans Futterhaus und vertrieben die gefrässigen Dompfaffen und Grünfiken, die sich dort gemütlich niedergelassen hatten.

Autor Peter Zollinger an der Lesung der Abschlussveranstaltung (Foto: zvg.)

Autor Peter Zollinger an der Lesung der Abschlussveranstaltung (Foto: zvg.)

Plötzlich hörte ich Metzger König’s Auto hupen. Jetzt aber schneidig eine Jacke anziehen, rein in die Gummistiefel, eine Kappe über die Ohren und raus in Pflotsch und Regen! Der gestern noch glitzernde, weisse Schnee war eine matschige Brühe, das Wasser floss in kleinen Bächlein durch die Spurrinnen. Metzger König hatte die Heckklappe seines Autos geöffnet, so dass Mutter am Schärmen stehen konnte. «Trudi, hüt häts Grüeni Würscht, das gäb doch en feine z’Mittag.» Mir lief bereits das Wasser im Mund zusammen, ich wusste aber auch, dass es an Samstagen, wenn der Vater nicht zu Hause ass, selten Fleisch gab. «Ja, hüt nim i föif grüeni Würscht», sagte meine Mutter ganz bestimmt. Eine Stunde später sassen wir zu fünft um den kleinen Tisch in der heimelig warmen Küche und löffelten die obligate Suppe. Dann legte uns die Mutter eine glänzende, grüne Wurst in den Teller, jedem einen Spritzer Senf und einen Schöpfer Teigwaren, die sie in feiner Butter geschwenkt hatte. War das ein Vergnügen, auf der ganzen Länge der Wurst einen Schnitt zu machen und dann die Haut abzuziehen! Eine ganze Wurst für sich alleine geniessen zu können, das war eine Ausnahme. Dementsprechend war es so ruhig in der Küche, dass wir hörten, wie draussen der Regen in die Pfützen prasselte.

Mehr von Peter Zollinger lesen?
Den Erlebnisbericht von Peter Zollinger zum Schreiben und Lesen finden Sie hier: erlebt - erzählt - erfahren


Selber schreiben?
Unbedingt! Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Edition Unik sind selten geübte Schreiber/innen, zu erzählen haben sie aber alle jede Menge Wichtiges und Gewichtiges. Sie auch! Noch ist die Anmeldung für die Basler und die Zürcher Herbstrunde möglich; selbstverständlich können Sie sich auch schon für Frühjahr 2020 anmelden.

Informationen und Anmeldeformular in der Rubrik «Teilnehmen».


Über den Schatten springen

Eine Wortmeldung von Christian Raaflaub, dem Sohn der Teilnehmerin Verena Raaflaub, die in der Edition Unik mehrere Bücher geschrieben hat.

Die meisten Kindheits-Geschichten meiner Mutter kannte ich natürlich schon. Trotzdem war es sehr interessant, neue Details zu erfahren. Als Journalist war ich für das Redigieren des Textes verantwortlich und hatte deshalb die Ehre, Erstleser zu sein. Nach intensiven Diskussionen sind wir gemeinsam zum Schluss gekommen, dass ihre sprachliche Ausdrucksweise möglichst erhalten bleiben soll. Deshalb musste ich über meinen Schatten springen und in diesem Fall bei der Überarbeitung des Textes eher subjektiv vorgehen, denn in meinem Beruf wird der Anspruch hochgehalten, möglichst objektiv zu bleiben.
— Christian Raaflaub
 
Die Autorin mit Sohn und Enkel am Edition Unik Café im BGH (zvg.)

Die Autorin mit Sohn und Enkel am Edition Unik Café im BGH (zvg.)

Geschichten von Verena Raaflaub lesen?
Aber gerne, die Auszüge aus den Büchern von Verena Raaflaub finden Sie hier:
Mariettli, Kurtli und Dorli
Ein Brüderchen


Café in Bern verpasst?
Das Edition Unik Café mit Verena Raaflaub fand am 28. Februar 2019 statt, und zwar im Berner Generationenhaus. Den Bericht dazu finden Sie hier:
Milde Temperaturen, berührende Lesungen.

In den nächsten Wochen und Monaten finden weitere Edition Unik Cafés und Veranstaltungen statt, ausserdem werden laufend Lesungen und andere Anlässe von ehemaligen und aktiven Autorinnen und Autoren organisiert. Schauen Sie deshalb regelmässig in unseren Veranstaltungskalender oder abonnieren Sie unseren monatlichen Newsletter.


Café im Erkerzimmer

An einem Samstagnachmittag im Frühjahr fand in gemütlicher Runde das erste Edition Unik Café 2019 im Karl der Grosse statt.

Text und Bild: Silvana Huwiler (Karl der Grosse)

Die Lesebühne im Erkerzimmer.

Die Lesebühne im Erkerzimmer.

Isabelle Zenhäusern las gemeinsam mit ihrem Mann aus ihrem autobiografisch geschriebenen Buch vor. Sie nimmt die Zuhörer/innen mit nach Montreux, wo sie damals eine Schreibblockade erlebt hat und mysteriöse Ereignisse im Villenquartier erforschte.

Marianne Schwab las gemeinsam mit ihrer Tochter aus ihrem Buch widen your world vor, in dem sie von ihrer zehnmonatigen Marokkoreise vor vielen Jahren berichtet. Die Abenteuer der jungen Frau sind sprühen vor Lebenslust und sind mit Heiterkeit gespickt. 

Moderiert wurde das Café von der Schriftstellerin Tabea Steiner. In Gesprächen hat sie die beiden Autorinnen dem Publikum noch näher gebracht.


Edition Unik Café: Ein spannendes Format

Seit April 2019 bietet die Kantonsbibliothek Liestal (KBL) den Edition Unik Cafés ein Zuhause. Christa Zuber von der KBL hat die Lesung organisiert.

KBL: Für Bücherwürmer und Leseratten (Foto: Emil Bohni)

KBL: Für Bücherwürmer und Leseratten (Foto: Emil Bohni)

Das Format der Edition Unik Cafés ist interessant und passt wunderbar in unser offenes Konzept. Wir von der KBL freuen uns darauf, im November ein weiteres Café anbieten zu dürfen!
— Christa Zuber von der KBL
In der KBL verschmilzt Modernes mit Ehrwürdigem (Foto: Emil Bohni)

In der KBL verschmilzt Modernes mit Ehrwürdigem (Foto: Emil Bohni)


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Etwas Zeit und eine Idee

Ende April fand das erste Edition Unik Café in der Kantonsbibliothek Liestal statt. Moderiert wurde es von Anna Storchenegger, Mentorin in der Edition Unik.

Autorin Betty Monnier und Moderatorin Anna Storchenegger (Foto: zvg.)

Autorin Betty Monnier und Moderatorin Anna Storchenegger (Foto: zvg.)

Schreiberfahrung braucht es nicht wirklich, um in der Edition Unik ein Buch zu schreiben. Eine Idee und Zeit hingegen schon.
— Anna Storchenegger, Mentorin und Korrektorin

Korrekturstorch
Anna Storchenegger ist nicht nur Mentorin in der Edition Unik, sie ist vor allem Korrektorin und hat den Korrekturstorch ins Leben gerufen. Dort bietet sie Korrektorate und Lektorate für verschiedene Textsorten an.

http://www.korrekturstorch.ch/


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Aus dem Leben gelesen

An den Edition Unik Cafés lesen Autorinnen und Autoren der Edition Unik aus ihren persönlichen Büchern. Am Frühjahrs-Café in der Alten Kaserne, Winterthur, haben Arlette Yildiz und Peter Zollinger gelesen.

Mit Arlette und Peter haben zwei spannende Menschen aus ihren persönlichen Büchern vorgelesen. Ich danke beiden für den Mut und die Offenheit – und freue mich auf weitere berührende Geschichten am nächsten Café.
— Katja Kolitzus, Kommunikation und Projekte Alte Kaserne

Mehr dazu
Fragment von Arlette Yildiz
Erfahrungsbericht der Edition Unik


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Vom Plumpsklo bis zum Handy

Eine Wortmeldung von Noah Raaflaub, Enkel von Verena Raaflaub, die in der Edition Unik mehrere Bücher geschrieben hat.

Drei Generationen im Berner Generationenhaus (zvg.)

Drei Generationen im Berner Generationenhaus (zvg.)

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das alles ohne Internet und Handy funktioniert hat. Alltägliche Verrichtungen wie Duschen, Baden, Plumpsklo – das war vor kurzer Zeit noch eher unangenehm, wenn man mit unserem heutigen Komfort vergleicht. Es war interessant, solche Alltagsgeschichten aus jener Zeit zu erfahren, ich konnte sie fast hautnah miterleben.
— Noah Raaflaub
 

Mehr dazu lesen?
Einen Auszug aus den Büchern von Verena Raaflaub finden Sie hier: Ein Brüderchen

Das Edition Unik Café mit Verena Raaflaub fand am 28. Februar 2019 statt, und zwar im Berner Generationenhaus. Den Bericht dazu finden Sie hier: Milde Temperaturen, berührende Lesungen.


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Mehr als ein Lesecafé

An den Edition Unik Cafés lesen Autorinnen und Autoren der Edition Unik aus ihren persönlichen Büchern. Am Frühjahrs-Café im Berner Generationenhaus haben drei Frauen aus der Stadt und der Region Bern gelesen.

Die Edition Unik Cafés sind viel mehr als Lesecafés: Es sind Einblicke in unbekannte Leben, sie geben Antworten auf noch nicht gestellte Fragen, ermöglichen persönliche und berührende Erlebnisse und erzählen heitere Anekdoten. Im September findet ein weiteres Edition Unik Café statt, ich freue mich drauf!
— Vera Mosimann, Veranstaltungen und Projekte Berner Generationenhaus

Den Erfahrungsbericht der Edition Unik zum Café lesen Sie hier: «Milde Temperaturen …»


Mehr Lebensgeschichten hören?
Konsultieren Sie unseren
Veranstaltungskalender. Er wird laufend aktualisiert.


Geschrieben, gelesen, gewürdigt

Von grünen Würsten und anspruchsvollen Lebenswegen – am zweiten Edition Unik Café im Frühjahr 2019 gewähren zwei Ehemalige Einblick in ihre Bücher.

Am Samstag, 9. März 2019, wurde in Winterthur Fasnacht gefeiert. In der gesamten Innenstadt spielten die Guggen, am Bahnhof hiess die Steelband «Un Poco Loco» Neuankömmlinge in der Stadt willkommen. Im Kulturzentrum Alte Kaserne hingegen ging es nicht närrisch oder ein bisschen verrückt zu, sondern ernst und persönlich und trotzdem fröhlich. Auf dem Programm stand das zweite Edition Unik Café in Winterthur.

Darin hörten gut 25 Personen Arlette Yildiz und Peter Zollinger zu, die beide im Herbst 2018 in der Edition Unik ihr Buch geschrieben hatten. Während in Arlette Yildiz’ Buch und Lesung die Verarbeitung eines schwierigeren Lebenswegs zum Ausdruck kam, erzählte Peter Zollinger kurze Episoden von unterhaltender, meist heiterer Qualität. Zwischen der «Heimat in sich selbst und im Schreiben» und den «Grünen Würsten am Samstagmittag» war das Themenfeld gross.

Von der besonderen Wirkung des Schreibens wussten allerdings beide Autoren zu berichten. Peter Zollinger brachte sie, an die Zuhörer gerichtet, auf den Punkt: «Schreibt die Würdigung eures eigenen Lebens selbst! Eure Kinder und die Pfarrer werden es nicht so gut können wir ihr.»

Das Publikum in der Alten Kaserne durfte einen berührenden, von vielseitigen Emotionen geprägten Nachmittag erleben, der von Katja Kolitzus gestaltet und moderiert wurde.


Café verpasst?
Im April und im Mai finden zwei weitere Edition Unik Cafés statt, auch für den Herbst sind wiederum vier Cafés geplant. Werfen Sie einen Blick in unseren Veranstaltungskalender, es kommen laufend neue
Veranstaltungen hinzu.


Milde Temperaturen, berührende Lesungen

Lebensgeschichten lesen: Das erste Edition Unik Café 2019 fand im Berner Generationenhaus statt.

Am 28. Februar 2019 fand im Berner Generationenhaus das erste Edition Unik Café 2019 statt. Es bot dem wärmsten jemals in der Schweiz gemessenen Februar einen passenden Abschluss. Draussen waren die Temperaturen mild, drinnen war es in der Cafébar dank über 40 anwesenden Personen wohlig-warm, und im Scheinwerferlicht kamen die Lesenden auf der Bühne beinah ins Schwitzen. Oder lag das doch eher am emotionalen Inhalt der Geschichten?

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Auf der Bühne nahm zunächst die Edition Unik Autorin Verena Raaflaub Platz, gemeinsam mit Sohn Christian und Enkel Noah. Nacheinander lasen sie Portraits von Familienmitgliedern, die Verena aus ihrer eigenen Sicht als junges Mädchen zu Papier gebracht hatte. Eine besondere Rolle spielten dabei sehr unterhaltende Episoden über die Geburten ihrer jüngeren Geschwister.

Rebekka Rossmann, die alleine las, aber ihre Tochter dabei hatte, spannte in ihren Lesungen und Erzählungen den Bogen von ihrer schweren Kindheit in einem sektenähnlichen Umfeld über ihre eigene Befreiung bis zu ihrer heutigen Lebensfreude als Mutter. Neben Erzählungen hat sie ihre Sicht der Dinge auch in Gedichten vorgetragen, die das Publikum sehr berührten.

Die dritte Leserin war Dagmar Agéthen, die in ihrem Buch lustige wie schwere Erinnerungen zu kurzen Episoden verarbeitet hatte, sich in der Lesung aber auf die lustigen konzentrierte. Sie las zwei Kurzgeschichten vor, zeigte sogar auch Fotos dazu und brachte die Veranstaltung zu einem fröhlich-gelassenen Abschluss.

Moderiert wurde das Café von Vera Mosimann vom Berner Generationenhaus.


Café verpasst?
Weitere Edition Unik Cafés und andere Veranstaltungen finden Sie in unserem
Veranstaltungskalender; schauen Sie von Zeit zu Zeit rein, er wird regelmässig aktualisiert.


Ankündigung: Edition Unik Café in Winterthur

Über das eigene Leben schreiben und vom Erleben dabei erzählen.

Kommenden Samstag sind Arlette Yildiz und Peter Zollinger in der Alten Kaserne, Winterthur, zu Gast und lesen aus ihren ganz persönlichen Büchern vor. Sie beide haben in 17 Wochen ein Buch mit ihren Erinnerungen verfasst.

Schauen Sie vorbei und lassen Sie sich von den berührenden Geschichten inspirieren! Weitere Cafés und Lesungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Übrigens
Arlette Yildiz hat im Oktober 2018 mit dem «Kultur-Tipp» über das Schreiben ihres Buches gesprochen.


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Selber schreiben?
Und wenn Sie Lust haben, gleich selbst ein Buch zu schreiben – kein Problem! Für die Zürcher und auch für die Basler Herbstrunde der Edition Unik ist die Anmeldung geöffnet.


2019: Zu Gast in der Kantonsbibliothek Liestal

Auch dieses Jahr finden wieder öffentliche Lesungen mit unseren Teilnehmenden und unseren Ehemaligen statt, und zwar je zwei Mal an vier Orten.

In der Region Basel finden die Cafés künftig in Liestal, und zwar in der Kantonsbibliothek Baselland (KBL) statt. 2005 wurde sie neu eröffnet und beherbergt heute über 100’000 Bücher. Hier treffen sich Literatur und die Fragen des Lebens, die Menschen treten miteinander in den Dialog, debattieren und diskutieren, ein wunderbarer Rahmen für ein Edition Unik Café, das ja auch zum Austausch anregen will.

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Die KBL ist auch etwas fürs Auge, denn das Gebäude ist etwas ganz Besonderes. 1924 wurde es als Weinlagerhaus errichtet und dann 2003-2005 zur Bibliothek umgebaut. Die Bibliothek schreibt auf ihrer Website über den Umbau, der übrigens von Liechti Graf Zumsteg Architekten ausgeführt wurde: «Mit dem Umbau hat das alte Weinlagerhaus eine formale Transformation erfahren. Eine Laterne überhöht die ursprüngliche Dachform und lässt einen zeichenhaft auf die muralen Sockelgeschosse aufgesetzt wirkenden Dachkörper entstehen. Böden und die daraus emporwachsenden Möbel sind mit leuchtend gelbgrüner Farbe zu einer Raumskulptur vereint, die sich räumlich verzahnt mit der alten Holzstruktur, wo die Stützen gewissermassen aus der Decke nach unten wachsen.»

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Das erste Edition Unik Café in der KBL findet statt am 27. April 2019 ab 14 Uhr. Kommen Sie vorbei und lauschen Sie den persönlichen Geschichten der Autorinnen und Autoren.

Weitere Lesungen und Cafés finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.


«Fast wie ein Red Bull»

Edition Unik Café vom 28.10.2018 im Karl der Grosse – Ein Rückblick aus dem «Karl».

Lesende: Johanna, Percy, Ueli
Gäste: ca. 20
Moderation: Anna Chudozilov

Die Lesung im Karl der Grosse war einmal mehr kurzweilig und abwechslungsreich. Den Start machte Percy mit seinen beiden Mitlesenden. Sie machten gemeinsam eine Reise in die Kindheit von Percy und gruben Erinnerungen ans Glück und die Unbeschwertheit als Kind aus. Deutlich wurde auch, welch grossen Stellenwert Literatur und Musik in Percys Leben haben. Die Moderation im Anschluss übernahm Anna Chudozilov.

Als nächster las Ueli aus seinen «Märitgeschichten» vom Berner Gemüsemarkt. Die Geschichten, die Ueli besonders für seine Grosskinder aufgeschrieben hat, sorgten für einige Lacher. Die gesammelten Geschichten hat Ueli auf Mundart aufgeschrieben, was sie besonders authentisch machte und für Bewunderung seitens der Moderatorin sorgte. Die Geschichte «450 Gramm Lattich» hat er zum Lesen zur Verfügung gestellt.

Zuletzt las Johanna gemeinsam mit ihrem Sohn aus ihrem Buch «Glückskind» und warf dabei den Blick zurück auf ihre ersten 20 Lebensjahre. Über das Hervorholen von vergessen geglaubten Erinnerungen beim Schreiben ihres Buches sagte sie: «Das Schreiben ist wie ein Fluss, der dich mitnimmt. Es macht einen fliegen – fast wie ein Red Bull!»

Spurrillen, alte Schachteln und Häuser am Weg

Erinnerungen sind flüchtig, so flüchtig, dass es sich lohnt, sie festzuhalten. Und manchmal lohnt sich, diese Erinnerungen zu teilen. Mit den Liebsten, aber auch mit einer interessierten Öffentlichkeit. So wie am ersten Edition Unik Café in der Alten Kaserne, Winterthur.

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Während unten eine Band den Soundcheck durchführt, sitzen rund 60 Gäste im Saal im zweiten OG der Alten Kaserne und lauschen den Erinnerungen von Hanna Meister und Susanna Müller-Pfister. Das heisst, Susanna hat nicht nur ihre eigenen Erinnerungen aufgeschrieben, sondern auch die ihrer Eltern. Aber dazu später. Durch den Abend führt Katja Kolitzus von der Alten Kaserne.

Wie schauen seine Augen in die Welt? Denn, ja! Häuser haben Augen. Das sind die Fenster.

Hanna hat in der Edition Unik ihr Buch «Spurrillen» geschrieben, das vor ihrer Geburt beginnt und in ihren ersten Jahren als junge Mutter und Pfarrfrau endet. Sie liest unter anderem vor, wie sie sich als Kind die Zeit im Mehrfamilienhaus vertrieb: Hurtig huscht sie durch das Treppenhaus, hilft bei einer Frau putzen, bei einer anderen hört sie «Katzenmusik» und bei wieder einer anderen darf sie Globibücher anschauen. «Globi galt bei uns zu Hause als Schundliteratur», erklärt sie denn auch ihre Freude darüber. Ausserdem erzählt sie, dass damals tagsüber eigentlich nur Frauen die Türen geöffnet hätten: «Ich habe keine verheiratete Frau gekannt, die gearbeitet hätte.» Viele Berufe waren verheirateten Frauen lange Zeit untersagt, so gab es etwa keine Lehrerinnen oder Kindergärtnerinnen mit Ehemann.

Auch Susanna hat ihre Erinnerungen in einem Buch festgehalten. Es heisst «Die Häuser an meinem Weg» und erzählt von Ereignissen, die ihr Leben auf die eine oder andere Art berühren und beeinflussen, ohne dabei einer strengen Chronologie zu folgen. Ihre Ausgangspunkte sind Häuser. Häuser, die mehr sind als blosse vier Wände mit einem Dach. In Häusern stecken Geschichte und Geschichten. «Wie schauen seine Augen in die Welt? Denn, ja! Häuser haben Augen. Das sind die Fenster.»

Das zweite Buch trägt den Titel «Eine alte Schachtel», viel Fleissarbeit steckt darin. Denn, die alte Schachtel ist nicht etwa eine Person, sondern es ist – eine alte Kartonkiste eben. In dieser Kiste hat Susanna neben Postkarten einen Briefwechsel ihrer Eltern gefunden, die als junges Liebespaar durch einen Amerikaaufenthalt für ein Jahr getrennt wurden. Ihr Vater erlaubte ihr, die Briefe abzutippen – und ist froh darüber, denn so gedruckt und gebunden könne er die Briefe viel besser lesen.


Schreiben auch Sie Ihr Buch! Die Anmeldung für die Runden 2019 ist geöffnet.

Weitere Edition Unik Cafés und Lesungen finden Sie im Veranstaltungskalender.


Matinée mitten aus dem Leben

Aufschreiben, sortieren, zurückblicken: Während des Edition Unik Cafés im Kloster Dornach haben Franziska Eigenmann und Urs Schneiter Einblick in ihre Bücher und ihre Erfahrungen in der Edition Unik gewährt.

Bilder: Edition Unik

Bilder: Edition Unik

Es ist Sonntagmorgen um 11 Uhr, die Sonne strahlt – und trotzdem ist der Gewölbekeller des Klosters Dornach gut besucht. Denn heute lassen zwei Ehemalige aus der Edition Unik das Publikum in ihre Lebenswelten eintauchen.

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Franziska Eigenmann hat in ihrem Buch verschiedene Episoden aus ihrem Leben festgehalten: «Lebensereignisse sind nicht immer kritische Ereignisse.»

So erzählt sie in einem Kapitel etwa von einer Ringelblume, die sich an einem kalten, grauen Novembertag leuchtend orange gegen das nasse Laub am Boden abhebt und Eindruck hinterlässt. Franziska Eigenmann sagt, sie habe eigentlich schon immer geschrieben, Briefe und Tagebuch etwa, aber auch akademische Texte, hat sie doch an der ETH studiert, ein eigenes Buch sei ihr aber lange nicht vorgeschwebt.

Im Anschluss an ihre Lesung sagt sie denn auch, dass sie ihr Buch in erster Linie für sich selbst geschrieben habe und während des Schreibens gar nicht an eine grössere Öffentlichkeit gedacht habe. Aufgrund einiger positiver Rückmeldungen aus dem persönlichen Umfeld sei sie nun aber bereit, sich zu öffnen. Und das hat sie an der Matinée in Dornach unter Beweis gestellt.

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Urs Schneiter hat für die Lesung nicht nur einen Freund aus der Primarschulzeit mitgebracht, der mit ihm gemeinsam aus dem Buch liest, sondern auch gleich eine Power-Point-Präsentation und den Nachdruck seines Buches. Auch Urs Schneiter hat in seinem Leben schon viel geschrieben, immerhin war er Lehrer, auch für Sprachen. «Jubliäumsschriften durfte ich auch schon einige verfassen», erzählt er, während er die Präsentation startet und dem Publikum Bilder der «Cinque Terre», der Küstenregion in Ligurien, zeigt. Sein Buch heisst denn auch «Die fünf Erden», ist die Region doch für Urs Schneiter bedeutsam. Er versammelt in seinem Buch aber einiges mehr, so heisst es in der Zusammenfassung: «In den Fünf Erden berichtet der Autor nicht nur über seine Reiseeindrücke. Er erzählt aus seinem Leben, von den Vorfahren, von Kinder- und Jugendzeit […] und Begegnungen mit Autoren.»

Das Buch von Urs Schneiter kann erworben werden.

Bücher nachdrucken
Nach Abschluss einer Projektrunde erhalten die Schreibenden je zwei Exemplare ihres Buches, sie können ihre Bücher auch nachbestellen. Die Bücher sind in Leinen gebunden und werden in der Schweiz produziert, und zwar von der Bookfactory. Die Rechte am Inhalt der Bücher liegen selbstverständlich zu jeder Zeit und vollumfänglich bei den Autorinnen und Autoren, womit es ihnen denn auch frei steht, die Bücher an anderen Orten nachdrucken zu lassen.

Matinée verpasst?
Die Edition Unik Cafés sind mittlerweile fester Bestandteil des Projekts. Sie finden mehrmals im Jahr an verschiedenen Orten statt, ab Herbst 2018 auch in Winterthur. Abonnieren Sie unseren Newsletter und verpassen Sie keine Veranstaltung mehr!

«Generation Gegenwart»: Erinnerungen lesen und teilen

Chreis Foif, Indien und abgelaufene Seehundfelle: Am Sonntag, 8. April, haben im Karl der Grosse, Zürich, drei Frauen mit Begleitung aus ihren Büchern vorgelesen und das Publikum an ihren ganz persönlichen Erinnerungen teilhaben lassen.

Das Edition Unik Café ist mittlerweile fester Bestandteil im Programm vom «Karl» und hat auch an diesem sonnigen Sonntagnachmittag einige Personen in das Restaurant gelockt. Den Anfang macht Ursula, die in ihrem Buch unter anderem von ihrer Kindheit im Chreis Foif, dem Zürcher Kreis 5, berichtet. Sie erzählt vom Geruch der Farbstifte und der Tinte, der ihr schon früh zum Freund wurde. Und von den Pferden, die damals noch zahlreich in der Stadt Zürich zu finden waren, die Brauereipferde der Hürlimann zum Beispiel.

Trekking in Nepal
Danach nimmt Ruth die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf ihre abenteuerliche Reise nach Indien und auf ein Trekking in Nepal, das wegen eines Unfalls ein jähes Ende fand. Wobei, «jäh» nicht ganz richtig ist, denn Ruth und ihre Begleiterin lesen eine Passage, die davon berichtet, wie mühselig die Tage waren, die die Gesellschaft zu warten hatte, bis endlich Hilfe eintraf. Tage später zurück in der Schweiz, meinte der Arzt gar, sie habe Glück gehabt: nicht mehr lange und man hätte das Bein abnehmen müssen. «Ich kann wieder springen und tanzen, lachen und singen», sagt Ruth heute darüber und lächelt.

Den Abschluss macht Lilo, die ihr Buch den Bergen und dem Klettern gewidmet hat. Sie erzählt von erhabenen Augenblicken und erhebenden Momenten – und von dem einen Onkel in Wattwil, der ihr die ersten abgelaufenen Seehundfelle für eine Skitour geschenkt hat. Die Leidenschaft war entfacht – und ist nun zwischen zwei Buchdeckeln festgehalten.

Ihre Erfahrungen, Erinnerungen und Erlebnisse sollten auch in einem Buch stehen? Dann melden Sie sich für eine Teilnahme an der Edition Unik an!

Die «Generation Gegenwart» erzählt

Heute findet das Edition Unik Café im Karl der Grosse in Zürich statt. Mittlerweile sind diese Erzählcafés ein fester Bestandteil in der Agenda der Edition Unik – heute findet es zum 6. Mal statt, und ist an drei Standorten vertreten. Grund genug, einen Blick auf das allererste Edition Unik Café zurückzuwerfen.

Es war der erste sommerlich-sonnige Tag 2016. Und es war erst noch ein Sonntag. Trotzdem kamen am ersten Sonntag im April über 80 Besucher zur Premiere der Edition Unik Cafés.

Drei Teilnehmerinnen aus dem Pilotprojekt von 2015 und ihre Töchter und Enkelinnen lasen im Karl der Grosse in Zürich aus ihren Büchern vor. Das Publikum bekam einen Einblick in den Erfahrungsschatz, den die Edition Unik zusammenträgt.

Wir präsentieren kurze Auszüge aus zwei Büchern. Von Nicole Cagianut erfahren wir, wie man Ochsenaugen zum Kirchweihfest herstellt:

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Zum Eingang wird die Bündner Gerstensuppe gereicht. Dann folgt die ‹treppa›, die mir so schmeckt. Der dritte Gang ‹egls bov› bedarf einer näheren Erklärung. Zu Deutsch bedeutet ‹egls bov› Ochsenaugen. Harte Eier werden im Omelettenteig gewendet und frittiert, wieder gewendet und frittiert. Das wiederholt sich bis sich ein richtiges Nest um die Eier im Zentrum gebildet hat. Eine Weinsauce mit Weinbeeren wird über die Ochsenaugen gegossen. Vorzüglich!

 

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Silvia Hintermeister-Müller erzählt davon, was einst in Plattenläden angesagt war:

Wir hatten damals noch als letzten Schrei in der Branche Abhörkabinen mit bequemen Stuhl und kleinem Tisch. Die Plattenspieler waren beim Personal hinter der Theke zur Fernbedienung. Der Kunde drückte jeweils in der Kabine auf einen Knopf, ausserhalb leuchtete eine rote Lampe und wir als Personal legten die zweite Seite auf oder kamen in die Kabine, fragten nach den Wünschen oder brachten weitere Vorschlägen musikalischer Vielfalt.

 


Neugierig geworden? Dann besuchen Sie ein Edition Unik Café – oder schreiben Sie gleich Ihr eigenes Buch! Kommende Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender, Details zur Teilnahme auf der Anmeldeseite.

Edition Unik Café im Berner Generationenhaus

Am Mittwochabend, 28. Februar 2018, erleben die Zuhörerinnen und Zuhörer im Berner Generationenhaus einen eindrücklichen Abend mit drei Lesungen. Die vorgetragenen Texte stammen aus Büchern, die in der Edition Unik entstanden sind.

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Edith Leibundgut mit ihrer Nachbarin Olga
Die zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen sitzen gemeinsam auf der Bühne, lesen aus dem Buch «Olga» vor und berichten, wie es überhaupt zu diesem Buch kam. Edith Leibundgut mietete bei ihrer Nachbarin Olga ein Schreibzimmer, um sich auf persönliche Projekte zu konzentrieren. Im Gespräch mit ihrer Vermieterin stiess sie auf deren markante Lebensgeschichte. Vor allem Olgas Erfahrungen als Teenagerin in Nazi-Deutschland wollte sie festhalten und konnte Olga für das Buchprojekt gewinnen.

Zusammen reisten sie während der Arbeit sogar an verschiedene Originalschauplätze der Lebensgeschichte in Süddeutschland. In der Lesung spürt man, wie vertraut die zwei Frauen sich durch die gemeinsame Biographiearbeit geworden sind – nicht nur als Autorin und Portraitierte, sondern als Nachbarinnen und Freundinnen. Der Bund und die Bümplizerwoche haben auch darüber berichtet.

Hanna Susanne Dym Hagnauer mit ihrem Mann Ueli
Die Autorin liest aus dem Prolog ihres Buches, indem sie die Motivation für ihr Schreiben darstellt: «Ich habe keine Kinder. Wer wird mein gelebtes Leben auflösen? Vielleicht findet der eine oder andere Wertgegenstand im näheren Kreis von Menschen, die mich kennen, noch Abnehmer, wenn ich nicht schon vorher einiges verschenkt habe.»

Weniger klar, aber wichtiger ist ihr jedoch, was einst mit ihren Erinnerungen passiert: «Erinnerungen an Menschen und ihre Geschichten, Erinnerungen an Freundschaften und wichtige Begegnungen. Was wird mit ihnen, aus meinen Erfahrungen, meinen Erkenntnissen … Was bleibt?» Hanna Susanne Dym Hagnauer hat ihr Buch «WAS BLEIBT» geschrieben, um ihre persönliche Geschichte festzuhalten. Ihr Mann Ueli liest ebenfalls daraus vor und bedankt sich bei seiner Frau – für die persönlichen, intimen Einblicke in ihre Geschichte, die sie ihm in ihrem Buch gewährt.

Weniger klar, aber wichtiger ist, was einst mit den Erinnerungen passiert.

Hans B. Meier mit seiner Frau Marianne
Hans B. Meiers Beweggründe für sein Buch «Geschichten aus meinem Leben» waren ganz andere. Er berichtet dem Publikum, wie es ihn wurmt, nichts über seine Grosseltern zu wissen. Diese Situation wollte er für seine Enkel unbedingt abwenden und hat einige für ihn wichtige Lebensereignisse in seinem Buch versammelt. Für sein Anliegen sei die Edition Unik ein Rettungsanker gewesen, über den er sich nach wie vor sehr freut.

Er beschreibt die verschiedenen Geschichten als Puzzleteile, aus denen sich sein Leben zusammensetzt. Geprägt sind sie von Erfahrungen auf verschiedenen beruflichen Stationen bei der Swissair, verteilt über alle Erdteile. Noch können seine Enkelkinder das Buch nicht lesen. Sie seien zu jung und würden darin wohl lieber malen statt zu lesen, sagt Hans B. Meier. Seine Frau Marianne ergänzt, so schlimm wäre das ja wiederum nicht.

Werfen Sie einen Blick in unseren Veranstaltungskalender und besuchen Sie das nächste Edition Unik Café.