EditionUnik

Sichtbares und Unsichtbares

Ein Bestandteil der Zusatzleistungen der Edition Unik ist die Nachbestellung der Bücher. Nach Abschluss einer jeden Projektrunde sind solche Nachbestellungen möglich, viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben davon schon Gebrauch gemacht und tun es auch immer wieder.

Damit diese Nachbestellung für alle Seiten so einfach und unkompliziert wie möglich angeboten werden kann, haben wir gemeinsam mit unseren Partnern von Feinheit und der Bookfactory den Nachbestell- und Produktionsprozess vollständig automatisiert. Neu gelangen die Autorinnen und Autoren direkt via die Edition Unik App in den Online-Shop der Bookfactory und können die Nachbestellungen jederzeit aufgeben, ausgeliefert werden sie zu bestimmten Terminen im Jahr.

  Indigo-Druckwerk (Bild: Bookfactory)

Indigo-Druckwerk (Bild: Bookfactory)

  Indigo-Farbtanks (Bild: Bookfactory)

Indigo-Farbtanks (Bild: Bookfactory)

Subaida Dibs, Projektleitung bei der Agentur Feinheit, und Fabian Biondi, Projektleiter IT-Development bei der Bubu AG, zu der die Bookfactory gehört, geben Auskunft über die Automatisierung.

Edition Unik: Fabian, was verändert die neue Shoplösung deiner Meinung nach für die Teilnehmenden?
Fabian Biondi: Der Bestellvorgang wird einfacher, es braucht nur noch ein paar wenige Klicks und kaum mehr manuelle Eingaben. Ausserdem werden die Kosten pro Buch automatisch und sofort berechnet, so herrscht höchste Transparenz.

Edition Unik: Subaida, was verändert die neue Shoplösung deiner Meinung nach für die Teilnehmenden?
Subaida Dibs: Der Bestellvorgang wird einfacher, so wird die Nutzererfahrung insgesamt positiver. Ausserdem sind eure Autoren damit direkt mit der Bookfactory verbunden.

So sieht der Quellcode hinter der Automatisierung aus. (Bilder: Feinheit)

Was bedeutet die Shoplösung für euch von Bookfactory?
Auf unserer Seite wird damit einiges automatisiert, die Produktionsprozesse beispielsweise.

Was bedeutet die Shoplösung für euch von Feinheit?
Bei uns fällt weniger manuelle Verarbeitung an, da die Schnittstelle mit der Automatisierung deutlich verbessert wurde.

 

Wann schreibst du dein Buch?
Noch nicht sofort, aber ich melde mich bestimmt bei euch, sobald es soweit ist.

Wann schreibst du dein Buch?
Ich werde wohl erst meinen Vater dazu zu bewegen, bei euch ein Buch zu schreiben.

Jahresbericht der Ernst Göhner Stifung

  Bilder: Ernst Göhner Stiftung

Bilder: Ernst Göhner Stiftung

Im Auftrag der Ernst Göhner Stiftung hat Journalist und Autor Christian Schmidt mit Teilnehmer/innen gesprochen, projektinterne Veranstaltungen besucht – und den Text für den Jahresbericht geschrieben.

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Mit unserem Projekt kommen wir einem wachsenden Bedürfnis nach. Immer mehr Menschen wollen in Form eines Buchs auf ihr Leben zurückblicken.
— Projektleiter Frerk Froböse

Die Ernst Göhner Stiftung unterstützt die Edition Unik und hilft dabei mit, sie bekannter zu machen.

Unterschiede bringen Generationen zusammen

Die Generationenakademie des Migros-Kulturprozent unterstützt Projekte, die den Austausch zwischen Generationen fördern. Sie hat auch das Pilotprojekt der Edition Unik im Frühjahr 2015 unterstützt. Maja Graf ist bei der Generationenakademie Mitentwicklerin und Workshop-Leiterin. Im Interview mit der Edition Unik erklärte sie, warum Generationenthemen immer wichtiger werden.

  2015 fanden die Veranstaltungen noch im Migros-Hochhaus am Limmatplatz statt.

2015 fanden die Veranstaltungen noch im Migros-Hochhaus am Limmatplatz statt.

Edition Unik: Liebe Maja, was ist die Generationenakademie?
Maja Graf: Die Generationenakademie ist eine Initiative des Migros-Kulturprozent. Uns gibt es seit 2010. Wir führen einerseits Tagungen für Fachleute durch, die sich in ihrem Beruf mit Generationenthemen befassen. Andererseits unterstützen und begleiten wir gesellschaftliche Projekte, bei denen Generationenthemen eine Rolle spielen.

Welche Art von Initiativen begleitet ihr?
Ganz unterschiedliche. Es können Kulturprojekte sein, aber auch Nachbarschafts-, Austausch- und Mentoren- oder Wohnprojekte. In der letzten Projektwerkstatt war z.B. ein Architektenpaar dabei, das eine Überbauung realisiert, in der Junge und Alte, also verschiedene Generationen leben werden. Im Grunde sind ja fast alle Kultur- und Gesellschaftsprojekte auch Generationenprojekte. «Generationen» ist ein Querschnittsthema, das vielerorts relevant ist.

Worauf kommt es in Generationenprojekten vor allem an?
Zwei Themen sind zentral: Ganz wichtig ist, dass alle auf Augenhöhe kommunizieren und die gleichen Rechte haben. Jede Person darf mitreden, hat gleich viel Redezeit. Mit diesem Punkt tun sich besonders die Älteren manchmal schwer. Das zweite Thema ist Partizipation. Generationenprojekte kommen nur zum Fliegen, wenn sie von den Bedürfnissen der verschiedenen Angesprochenen ausgehen. Man kann nicht mit fertigen Konzepten kommen und meinen, die Leute engagieren sich dann dafür.

Warum hört man immer mehr vom Thema «Generationen»?
Der demografische Wandel wird immer sichtbarer. Es besteht zunehmend Bedarf an Austausch. Einerseits finanziell, Stichwort Generationengerechtigkeit: Die Jungen sorgen sich, dass sie für immer mehr Alte sorgen müssen. Denen wiederum ist bewusst, dass sie Teil einer historisch einmalig grossen Generation sind – den Babyboomern. Darüber muss man reden. Gleichzeitig sind die Älteren so fit wie nie zuvor und wollen noch etwas leisten. Daran haben die Jüngeren Interesse. Es geht darum, dass Ältere und Jüngere für einander einen Nutzen darstellen, der neu entdeckt werden muss. Das klassische Beispiel: Die Grosseltern erhalten eine sinnvolle Betätigung, indem sie ihre Enkel hüten. Die Kindeseltern bekommen dafür eine spürbare Entlastung im Alltag und profitieren von der Erfahrung der Grosseltern.

Welche Rolle kann die Edition Unik hier spielen?
Ich bin überzeugt, dass die Bücher, die die Älteren schreiben, interessant sind für den Austausch mit Jüngeren. Davon hätten beide Seiten etwas. Der Austausch darf aber nicht beim blossen Lesen und Hören von Geschichten aufhören. Die Älteren müssen den Jüngeren Gelegenheit bieten, auf ihre Geschichten zu antworten und ihrerseits zu erzählen, wie sie leben. Die Unterschiede zwischen den Generationen bieten viel Stoff für Gespräche, mehr als die Gemeinsamkeiten. Über die Unterschiede kommen wir ironischerweise näher zueinander.

Maja, du bist in der Generationenakademie und nun auch im Pilotprojekt der Edition Unik sehr engagiert. Sind diese deine einzigen Betätigungsfelder?
Nein, keineswegs. Ich bin ja selbständig, arbeite nur teilweise für das Migros-Kulturprozent. Die Generationenakademie macht mir grosse Freude, ich arbeite gern dafür. Daneben bin ich auch für «vitamin b» tätig, die Fachstelle für Vereine. Bis letztes Jahr habe ich die Kulturmanagement-Ausbildung im Stapferhaus Lenzburg geleitet. Ich biete Führungscoachings an, moderiere Tagungen und bin im Allgemeinen sehr aktiv. Typisch für meine Generation.

Mein Buch-Kind ist da!

Ein literarischer Erfahrungsbericht von Béatrice Flückiger. Sie hat in der Frühjahresausgabe 2018 ihr Buch geschrieben.

Endlich ist es da, ja, am 23. April 2018, 18.57 Uhr ist es geboren, ausgestossen unter Schmerzen, das erste Buch, mein Buch-Kind.

Die stolzen Eltern sind die Mutter, ich, Bea und der Vater, der Martin. Ihr wollt wissen welcher Martin gemeint ist? Ihr kennt ihn alle, den Heller. Ja ich weiss, er ist inzwischen Vater von etwa 300 Buch-Kindern. Aber er macht das so gut. Er kann viel Verantwortung tragen. Und allen, die er bis jetzt überzeugt hat, hat er einen grossen Traum erfüllt. Ihr habt Bedenken, weil er Künstler ist. Keine Sorge, er ist spitze. Was er anreisst, führt er zu Ende. Denkt an die Expo! Er begleitet jede und jeden beim Schreiben. Genauer gesagt, es steht einem ein ganzes Team mit Rat und Tat zur Seite: Janine und Frerk und weitere Mitarbeitende, dazu die Techniker, das Schreib-Begleit-Team der Edition Unik.

Durchhänger gehören dazu
Tatsächlich, ich hätte das Buch-Kind fast verloren, aber die Janine ist mir beigestanden, hat mich aufgemuntert, es gebe immer wieder einen Durchhänger während den Wochen des Schreibens. 17 Wochen waren es bloss, aber sie waren hart, ich sag's euch. Du kannst nicht mehr schlafen, du denkst, und denkst und denkst. Und du hirnst, und hirnst und hirnst. Und du stehst in der Nacht um 2 Uhr auf, wirfst deinen Compi an und du schreibst und du denkst… Und am Morgen bist du nicht ausgeruht und du musst trotzdem in die Therapie und überhaupt… Es war hart und viel! Und zudem arbeite ich nur mit halber Leistung, 50 Prozent… Ich habe doch nur eine Hand zum Schreiben. So war ich rechtsseitig total überlastet und die Linke war wütend auf mich und produzierte Verspannungen, weil ich sie vernachlässigt habe.

  Béatrice Flückiger und Martin Heller bei der Buchübergabe im Mai 2018. (Bilder: zvg)

Béatrice Flückiger und Martin Heller bei der Buchübergabe im Mai 2018. (Bilder: zvg)

Du kannst nicht mehr schlafen, du denkst, und denkst und denkst.
— Béatrice Flückiger

7 Wochen fürs Texten, das hat mir natürlich nie gereicht. Zwischendurch habe ich auch einmal einen freien Tag eingeschaltet, weil ich nicht mehr denken konnte; ich musste buchstäblich auslüften. Und später in den Wochen 8 bis 14 war deshalb Nachholen angesagt, dann musste ich Gas geben. Das Buch wollte gefüttert sein da unten im Bauch, mit Buchstaben. Gut, war ich mit der Verena in Kontakt. Sie klagte von denselben Symptomen wie ich. Zweimal hätten wir beinahe den Bettel hingeschmissen. Wir sahen nicht über den Berg und wie wir mit dem Buch zu Ende kommen würden. Es half nur: Maus beiseitelegen, Computer herunterfahren, in die Natur gehen und alles überdenken.

Immer mutig weiter!
Aber dieser Traum, so greifbar nahe. Jetzt gib nicht auf, Bea, jetzt bleib einfach dran. Meine Lektorin, die Susi, sie hat mir auch immer Mut zugesprochen. Ohne sie, ich weiss nicht, wo ich stünde. Übrigens hat sie mich auf das Projekt aufmerksam gemacht. Sie legte mir letzten Herbst einen Zeitungsartikel aus der BAZ in den Briefkasten mit dem Hinweis: «Wäre doch was für dich!» Darin war von einer Teilnehmerin ein Interview zu lesen und wie sie zu ihrem ersten Buch kam. Und weiter wurde zu einem Edition Unik Café ins Kloster Dornach eingeladen… Und Pilgerinnen, wie ich eine bin, haben bekanntlich keine Berührungsängste mit Klöstern – und so bin ich dort hingegangen. An einem Novembersonntag. Die Verena sass neben mir – ganz beiläufig vertraute sie mir an, dass sie für den Januar 2018 schon angemeldet sei. «Kommen Sie doch auch!» ermunterte sie mich.

Einmal überschlafen – dann sandte ich meine Anmeldung ab. So quasi wie die Jungfrau zum Kind, komme ich jetzt zum Buch. Nein, ganz so einfach ging es doch wieder nicht. Es war schon viel Arbeit, doch ich bin froh, habe ich durchgebissen. Jetzt bin ich glücklich und dankbar, dass ich es ausgestossen habe. Am 23. April 2018, 18.57 Uhr. Aber das Traurige, das Geschriebene musste gleich in den Brutkasten. Zum Glück nur für 10 Tage und erst heute strahlt es mich in blau an. Nein, nein, ein Blaublütiges ist es trotzdem nicht, es strahlt einfach in blau. Am 4. Mai, im Wonnemonat Mai kann ich es endlich in meinen Händen halten. Die glückliche Schreiberin, Mutter Bea mit dem stolzen Martin als Papa! – Mein/unser erstes Buch-Kind ist da!

Ich danke Ihnen, Herr Heller, für die wunderbare Möglichkeit, sein eigenes Buch schreiben zu können und ich danke Ihnen, Frau Meyer, Herr Froböse, Dir liebe Susi, und allen vom Team der Edition Unik für Begleitung und Unterstützung während dieser Zeit.

Béatrice Flückiger,
im Mai 2018

17 Wochen später

Nach 17 Wochen Sammeln, Schreiben und Überarbeiten ist es so weit und die Autorinnen und Autoren erhalten endlich ihre fertigen Bücher. Von den 70 Teilnehmenden zu Beginn der Runde haben 64 ihre Bücher abgeschlossen, ein ganz grosser Erfolg. Für die Edition Unik ebenso wie für die Autorinnen und Autoren!

Bilder: Vera Hartmann

Ein Buch schreiben ohne Öffentlichkeit? Das heisst keine Zensur, kein Faktencheck, maximale Freiheit!
— Rolf O. Sperisen, Teilnehmer
Mir hat der sanfte Druck gut getan beim Schreiben. So bin ich gut vorwärts gekommen und es ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, das Buch auf die Seite zu legen.
— Cornelia Johner-Imfeld, Teilnehmerin
Zwischen Sagen und Machen besteht eine grosse Lücke. Die Edition Unik ist hier die Brücke, um Wünsche zu realisieren und am Schluss auch etwas Fassbares in den Händen zu halten.
— Gualtiero Guslandi, Teilnehmer
Sehr wirkungsvolle Unterstützung, um mittels einer leicht verständlichen, internetbasierten App ein eigenes Buch schreiben und gestalten zu können.
— Ruedi Frey, Teilnehmer
Diese Form des Schreibens ermöglicht eine Aufarbeitung innerer und äusserer Geschichte und wird zum gesellschaftlichen Beitrag.
— Beatrice Portmann, Teilnehmerin
Vertrauen wir der Heilkraft des Schreibens.
— Elisabeth Leu-Lehmann, Teilnehmerin