Bücher verbinden

Die Bücher, die in der Edition Unik geschrieben werden, sind in erster Linie Geschenke der Schreibenden an sich selbst und an das persönliche Umfeld. Immer öfter geht es aber darüber hinaus, so dass auch zuvor Unbekannte miteinander in Kontakt kommen und sich auszutauschen beginnen. So etwa Isabelle Zenhäusern, die in der Edition Unik zwei Bücher geschrieben hat, und Daniela Unterfinger, die (noch) kein eigenes Buch geschrieben, dafür aber das zweite Buch von Isabelle Zenhäusern gelesen hat. Daniela Unterfinger hat uns ihre Zeilen dankenswerter Weise überlassen.


Liebe Frau Zenhäusern

Ich weiss gar nicht, wo anfangen. Ihr wunderbares Buch liegt schon lange auf meinem Sofa. Zum Zeitpunkt, als es mich erreichte, lag ich mit einer ganz argen Grippe im Bett. Ich bin während Tagen nicht mehr aufgestanden. Als erstes habe ich dann angefangen, in Ihrem Roman zu schmökern und habe ihn nicht mehr zur Seite gelegt. Viele Erinnerungen sind wieder lebhaft geworden aus meiner Zeit auf Sizilien, 1989 als Reiseleiterin. Eine wunderbare Zeit, reich an Erfahrungen und Erlebnissen, ohne Notebook und Mobil. Das schöne Eck um Erice; unsere Wohnung bei der lieben Signora, die uns jeweils mit caffé in ghiaccio aufwartete und dem coniglio fatta in casa. Bella Italia ist und bleibt ein wunderbares Reiseland mit seiner Italianità und den liebenswerten Menschen.

Zu Ihrem Buch: Die Illustration mit den schwarz-weissen Fotos hat mir sehr gefallen. Den Inhalt habe ich verschlungen, weil ich auch einen Bezug zur Insel habe. Ich war zwar nie ernsthaft liiert mit einem Sizilianer, kenne jedoch die Lebensweise und den Familiensinn der mammoni, auch ganz im Positiven, wenn es einen nicht selber angeht.

Darf ich mir eine ehrliche Bemerkung erlauben? Für meinen Geschmack haben Sie zu viele Zitate eingeflochten. Eines, ab und zu, oder auch auf der Seite der Bilder, wäre durchaus angebracht. Sind es zu viele, auch im Fliesstext, verlieren Sie aus meiner Sicht ihre Aussagekraft. 


  Foto: Vera Hartmann

Foto: Vera Hartmann