Auftritt von Autor Claude Weill

Ab wann werden wir älter? Und müssen wir auf eine Vielzahl Jahrzehnte zurückblicken können, um über unser Leben nachzudenken, um überhaupt darüber nachdenken zu dürfen? Claude Weill, Mentor in der Edition Unik und Autor aus Zürich, glaubt nicht daran.

Ganz im Gegenteil: «Bereits mit 55, 60 oder 65 kann ein kritisch-liebevoller Blick auf das eigene Leben helfen zu erkennen, was einem wirklich wichtig war und weiterhin wichtig sein wird», so steht es zusammenfassend auf seinem Buch In Glücksmomenten bin ich weder jung noch alt. Dieses Buch hält insgesamt «12 Portraits von Menschen nach der Lebensmitte» bereit – und dieses Buch ist wenigstens indirekt auch der Grund für den Auftritt von Claude Weill an der ersten Netzwerkveranstaltung (NW) der Frühjahresrunde 2018.

Wunsch: mitgeben und begleiten
Die 1. Auflage des Buches ist anfangs 2017 erschienen und Claude Weill stolperte zu dieser Zeit über ein Inserat der Edition Unik. «Es wäre doch schön, könnte ich den Menschen etwas mitgeben, die jetzt mit dem Schreiben des eigenen Buches beginnen», dachte er sich daraufhin und meldete sich bei uns. Und das war gut so, denn seither ist er Mentor in der Edition Unik und begleitet die Schreibenden auf Wunsch von der ersten Seite bis zum fertigen Buch.

Das Mentorenprogramm ist eine Zusatzleistung in der Edition Unik, deren Inhalt von den Teilnehmenden und den Mentoren bilateral bestimmt wird. Ob eine intensive Textarbeit stattfindet, eine erweitertete Redaktion oder auch das Besprechen von Aufbau und Dramaturgie, hängt jeweils davon ab, welche Ansprüche die jeweiligen Schreibenden an ihre Texte stellen. So erzählt Claude Weill etwa von zwei Personen, die zwar beide in der Edition Unik ihr Buch geschrieben haben, deren Vorgehen aber so unterschiedlich war wie die Schreibenden selbst.

Anspruch: individuell und unterschiedlich
Bei der einen Person ging darum, die Fülle an Material einzudämmen und aus der chronologischen Auflistung eine Geschichte mit einer Handlung, mit einem roten Faden zu machen. Mit Gesprächen und dem Fokussieren auf das Wesentliche habe dies gut geklappt. «Setzen Sie Schwerpunkte», rät Claude Weill denn auch den Teilnehmenden der Frühjahresrunde. Die andere Person, die er begleiten durfte, habe insbesondere an den Übergängen der einzelnen Anekdoten arbeiten wollen, so dass am Ende eine «runde Geschichte» entstand und keine Logikfehler auftauchten.

In seinem eigenen Buch hat Claude Weill den Befragten einen Fragebogen mit insgesamt 31 Fragen zukommen lassen, von denen er sich die Antworten auf mindestens sieben und maximal 12 Fragen erbeten hatte. Ein Vorgehen, das zu einer überraschenden Sammlung an Antworten und Rückmeldungen geführt hat – lesen Sie selbst.

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Angaben zum Buch

Titel: In Glücksmomenten bin ich weder jung noch alt – zwölf Porträts von Menschen nach der Lebensmitte
Autor: Claude Weill
ISBN: 978-3-85990-308-1
Verlag: Edition 8, Zürich