«A côté de la locomotive»

Vom «Franzosenkind», das ein Buch schrieb: Edition Unik Teilnehmerin Rosmarie Schneider war in der Radiosendung «Persönlich» zu Gast, wo sie vom Aufwachsen als «Franzosenkind», von der Suche nach ihrem Vater und vom Schreiben des eigenen Buches erzählt hat.

  Der Lohn 17 Wochen intensiver Schreibarbeit. (Bild: Joëlle Kost)

Der Lohn 17 Wochen intensiver Schreibarbeit. (Bild: Joëlle Kost)

Rosmarie Schneider ist nach dem zweiten Weltkrieg in einem deutschen Dorf aufgewachsen, seit sie elf Jahre alt ist, weiss sie, dass ihr Vater ein französischer Besatzungssoldat war. Er hatte der Mutter zwar ein Heiratsversprechen abgegeben, zurückgekehrt ist er nie. Das uneheliche Kind war im Dorf das «Franzosenkind», nicht das einzige übrigens, wie Rosmarie Schneider in der Radiosendung erzählt.

Der deutschen Familie hatte man damals mitgeteilt, der Vater sei im Krieg gefallen, was die Mutter allerdings nicht glauben mochte. Sie wusste aber auch nicht, wie sie nach dem Mann hätte suchen sollen. Und so dauerte es noch eine ganze Weile, bis Rosmarie Schneider ihren Vater in Paris das erste Mal treffen konnte. Sie war 40 Jahre alt. Getroffen haben sie sich «à côté de la locomotive» am Gare de l‘Est, Paris. Diese Zugreise ist denn auch der Auftakt zur ihrem Buch: «Die Landschaft fliegt am Zugfenster vorbei. Mein Blick streift über winterbraune, kahle Bäume, Wiesen im ersten frischen Aprilgrün, überflutet mit Wasser nach heftigen Regengüssen. Drei Worte haben sich in meinem Kopf festgesetzt und wiederholen sich im Rhythmus der ratternden, sich immer schneller drehenden Räder: ‹Gare de l'Est, Gare de l'Est, Gare de l'Est…›»

Im September 2015 las Rosmarie Schneider im Migros-Magazin von der Edition Unik und der Möglichkeit, in nur 17 Wochen ein in Leinen gebundenes, eigenes Buch zu realisieren. Dieser Hinweis sei ein «Wink mit dem Zaunpfahl» gewesen, hätten sie doch schon zuvor Kinder und Freunde immer wieder dazu gedrängt, alles aufzuschreiben. Veröffentlichen will sie das Buch mit dem Titel «Geheimnisse» nicht, die Geschichten darin seien zu persönlich. Ein paar Exemplare hat sie aber dennoch nachbestellt, «für Familie und Freunde».

Von der bedeutenden Zugreise, dem ersten Treffen an der Seite der Lok und anderen Erinnerungen berichtet Rosmarie Schneider in der SRF-Talksendung «Persönlich» mit Daniela Lager; Gesprächspartner war «Büchelischreck» Felix Mühleisen.


  Wann schreiben Sie Ihr Buch? (Bild: Joëlle Kost)

Wann schreiben Sie Ihr Buch? (Bild: Joëlle Kost)

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