Vernetzung unter Schreibenden

Ein Erfahrungsprotokoll zum dritten Advent von Teilnehmer Bruno Glaus. Er hat in der Edition Unik mehrere Bücher geschrieben.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Edition Unik ist es ein Bedürfnis, auch über die Projektrunden hinaus miteinander verbunden zu sein. Deshalb haben wir das Alumniprogramm der Edition Unik ins Leben gerufen. Bruno Glaus ist einer dieser Alumni, er hat festgehalten, was die Vernetzung unter den Schreibenden bewirken kann.

«Wir lieben das Individuelle aus der Perspektive der Rückerinnerung, daher die grosse Freude an Porträts, Bekenntnissen, Memoiren, Briefen und Anekdoten abgeschiedener, selbst unbedeutender Menschen» - Rüdiger Safranski in seiner Goethebiografie

Goethes Gedanken ermuntern uns, falsche Zurückhaltung abzulegen, mit dem Schreiben zu beginnen und weiterzuschreiben. Für kleinste oder grössere Leserschaften. Zugegeben, es braucht Mut, sich mit den sehr persönlichen Erinnerungen über den privaten Kreis hinaus zu exponieren. Aber es lohnt sich. Auf ganz verschiedenen Ebenen:

Vernetzung im Kreis der Autorinnen und Autoren
Mittlerweile habe ich leihweise fünf Bücher von fünf verschiedenen Teilnehmenden gelesen. Und auch meine Bücher ausgeliehen. Der rote Faden, der sich durch viele Bücher zieht, lautet: Es hat sich Vieles zum Besseren gewendet. Einige Beispiele aus dem Kreis der Autorinnen und Autoren hierfür: Der Armut entstiegen, Emanzipation (vor allem der Frau), Befreiung von religiösen Korsetts. Eine Fülle berührender Texte, die immer auch dazu ermuntern weiterzuschreiben.
 

Es ist wirklich super, wenn Alumni den Kontakt untereinander pflegen können.
— Eine Teilnehmerin der Edition Unik
Bild: Pexels.com

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Vernetzung über regionale Medien
Wir als Teilnehmende können das Projekt der Edition Unik unterstützen durch Berichterstattung in regionalen Medien. Cécile Lieberherr-Bont aus Quinten und ich haben etwa dem Sarganserländer über die Erfahrungen aus der Edition Unik berichten dürfen. Zu zweit läuft es ringer, die Vielfalt der Stimmungen und Erfahrungen wird spürbar. Mit zwei weiteren Teilnehmenden sind Cécile und ich ausserdem zu Botschaftern der Edition Unik geworden: Wir sind die Sujets der neuen Postkartensets.
 
Vernetzung an Lesungen
Unter dem Patronat des Verkehrsvereins Vättis durfte ich mein zweites Buch Calfeisentaler Geschichten der Talbevölkerung vorstellen. Ob ich denn alle Texte allein lesen wolle, rief mich die Edition Unik Autorin Romi Cash zuvor an, sie habe Interesse am Vorlesen. Ein durchschlagendes Angebot, Romi spielte eine ganz andere Klaviatur. Die fast 50 Anwesenden waren begeistert. Fazit: Lies nicht alleine aus deinen Texten, lass andere mitlesen. Und: Lies nicht unbedingt ein ganzes Kapitel, sondern Auszüge daraus, zusammenfassend eingeleitet, lass das Ende allenfalls offen. Länger als fünf Minuten sollte ein Textteil nicht dauern und länger als 60 Minuten insgesamt sollte die Lesung nie sein. Dies hat sich auch während der ersten Literarischen Bergwanderung der Edition Unik bewährt.
 
Vernetzung der Alumni
Noch arbeiten meiner Meinung nach zu viele Teilnehmende im stillen Kämmerlein. Gelungener Austausch setzt aber Offenheit und Mut voraus. Das Alumniprogramm der Edition Unik sorgt einerseits dafür, dass der persönliche Austausch während einer Projektrunde einfach und unkompliziert möglich ist. Andererseits will es Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch über die Dauer einer Projektrunde miteinander verbinden.

Zurück zu Goethe. Der hat laut Safranski gesagt (oder geschrieben): Dichtung sei die in der Erinnerung gespiegelte Realität.