Grosses Interesse an literarischer Bergwanderung

Ein Gastbeitrag von Bruno Glaus. Er hat in der Edition Unik mehrere Bücher geschrieben und ist aktives Alumni-Mitglied.

Im Juni 2017 fand auf Initiative des Edition Unik Teilnehmers Bruno Glaus die erste «literarische Bergwanderung» mit Texten aus der Edition Unik statt. Die erstmals durchgeführte Wanderung mit einigen Edition Unik Alumni war ein Volltreffer: Mehr als zwei Dutzend Interessierte nahmen teil.

Die Bergwanderung wurde im Programm des Fördervereins Pro St. Martin und Calfeisental angeboten. An verschiedenen Stationen lasen drei Teilnehmerinnen des Biografie-Projekts Edition Unik Episoden aus ihren Büchern vor, die sich um das Thema «Berg» drehen. Mit dabei war etwa Alu Homann, eine gebürtige Norddeutsche, die den Anfang machte. In ihrem Erstlingswerk beschreibt sie auf durchaus humorvolle Art die unvergesslichen ersten Bergerfahrungen als Flachländerin in den Kärntner Bergen – ein Stimmungsbericht zwischen Angst und Glücksgefühl.

Fotos: zvg

Bei Nicole Cagianut standen die Schluchten in den gebirgigen Landschaften Kameruns und die Gastfreundschaft der einheimischen Bevölkerung während eines mehrjährigen beruflichen Einsatzes in Afrika im Fokus: «Die Kameruner legen ihre Wege nicht um die Hügel herum an, sondern besteigen diese bis zum Gipfel. Auf der andern Seite gehts wieder hinunter, um danach den nächsten Hügel auf gleiche Weise in Angriff zu nehmen. Die Wege sind nicht im Zickzack, sondern so steil angelegt, dass man sich dabei die Seele aus dem Leibe hauchen kann.» Die Anstrengung wurde immer mit grosser Gastfreundschaft belohnt.

Reizvolles Fremdlesen

Weniger grosszügig erlebte die dritte Edition Unik Alumna die Einheimischen. Romi Cash, in jüngeren Jahren eine quereinsteigende Älplerin, verarbeitete in ihrem Buch «Kuhreigen» die Rohheit und das Misstrauen der Bergler einer «Zugewanderten» und dem Adler gegenüber. Einzelne Mithirten zeigten sich bisweilen sehr feindselig dem Wild und den neuen Gesichtern gegenüber.

Alle drei Schreiberinnen haben im Biografie-Projekt von Martin Heller schon mehr als ein Buch geschrieben. Auch der Organisator der literarischen Bergwanderung, Bruno Glaus, ist ein Mehrfachtäter. Aus seinem zweiten Buch «Calfeisentaler Geschichten» las Verena Naef das Kapitel «Das Walserhaus im Galfeisen». Man nennt dies «Fremdlesen» – es kommt immer sehr gut an. Während der Lesung konnte der Verfasser mit Dokumenten und Fingerzeigen die im Buch erwähnten Objekte und Berge zeigen. Die Wanderung wurde abgerundet mit frischem Holzofenbrot, Alpkäse, Pfefferminztee aus dem Garten des Walserhauses und einem Tropfen Portaser, Auslese aus Robert Schwitters Rebberg an der Porta Romana in Pfäfers. Der grosse Erfolg ruft danach, das Format der Literarischen Wanderung auch andernorts auszuprobieren. Die Edition Unik unterstützt auch Sie dabei!