Handschrift ist Hirnschrift

Heute ist Tag der Handschrift. Seit 1977 wird am 23. Januar der «Internationale Tag der Handschrift» ausgerufen. Auch für die Edition Unik Grund genug, den Blick auf diese Kulturtechnik zu richten.

«Die Handschrift ist eine wahre Kunst und eine Möglichkeit, unsere Individualität darzustellen», schreibt die WIMA, die Writing Instrument Manufacturers Association, jener Branchenverband, der den Internationalen Tag der Handschrift vor rund 40 Jahren initiiert hat.

Trotz App: Schreiben von Hand
Ob man sich Notizen während der Veranstaltungen macht, Ideen aufschreibt oder auf frühere Tagebucheinträge zurückgreift: Die Handschrift ist auch in der Edition Unik immer wieder anzutreffen. Die Bücher, die in der Edition Unik entstehen, werden zwar in der exklusiven Schreibsoftware Edition Unik App fertiggestellt, nichtsdestotrotz sind handgeschriebene Texte und Fragmente immer wieder anzutreffen.

Bilder: Joëlle Kost

 

Besser erinnern, besser verstehen
Es lohnt sich, die Handschrift zu pflegen: Was wir von Hand notieren, schreibt sich buchstäblich in unser Gehirn ein. Dies zeigen neue Studien mit modernen Hirnscannern. Andere Studien aus den USA und Kanada zeigen auf, dass Texte und deren Inhalte besser erfasst und erinnert werden, wenn die Notizen flüssig und manuell niedergeschrieben wurden. Das liegt auch daran, dass das Schreiben das Gehirn ganzheitlich aktiviert und stimuliert, die Handschrift wird so zu einer Art «Hirnschrift» und hält unsere grauen Zellen fit.

Zehn Punkte zum Pilotprojekt

Im Frühjahr 2015 haben wir das Pilotprojekt der Edition Unik durchgeführt, das auf grosses Interesse gestossen ist.

Studierende der Universität Zürich haben den Pilot wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Die folgenden zehn Beobachtungen und Schlussfolgerungen haben dazu beigetragen, dass wir die Edition Unik auf ein breiteres Fundament gestellt haben und die Teilnahme einer grösseren Öffentlichkeit ermöglichen möchten.

2. Timing

Beobachtung: Die Deadline namens Buchdruck motiviert die Teilnehmenden und trägt sie über Schreibschwierigkeiten hinweg.

Schlussfolgerung: Die Edition Unik hat jeweils einen Anfang und ein Ende; sie bleibt zeitlich vorgefasst.

1. Nachfrage

Beobachtung: Fast 300 Interessent/innen, 65 Anmeldungen, 47 Bücher zeugen von einem realen Bedürfnis.

Schlussfolgerung: Die Weiterentwicklung der Edition Unik nach erfolgreichem Pilotprojekt lohnt sich und ist attraktiv.

Impressionen aus dem Pilotprojekt (Bilder: Tibor Nad)

Impressionen aus dem Pilotprojekt
(Bilder: Tibor Nad)

Edition Unik 29.01.15-50.jpg

4. Leserschaft

Beobachtung: Schreiben für alle, für meine Lieben, nur für mich – Die beschenkte Leserschaft variiert stark in der Grösse.

Schlussfolgerung: Der Nutzen ist individuell und gesellschaftlich: Buchauflagen und Veranstaltungen sind unterschiedlich (gross).

3. Timing

Beobachtung: Erinnerungen sammeln – Geschichten sortieren – Bücher gestalten: Der Prozess funktioniert.

Schlussfolgerung: Die Phaseneinteilung ist bestehen geblieben, die Übergänge sind inzwischen aber flexibel und individuell gestaltet.

 

6. Layout

Beobachtung: Ein eigenes Buch in den Händen zu halten ist die grösste Motivation; das Buch muss nahezu perfekt sein.

Schlussfolgerung: Die Teilnehmenden bekommen mehr Kontrolle, im Grundsatz bleibt das Layout bestehen und die Darstellung eingeschränkt.

5. Alumni

Beobachtung: Es bestehen der Wunsch und das Interesse, weiterzumachen und nicht nur Teil von etwas gewesen zu sein.

Schlussfolgerung: Die Alumni besuchen Cafés, hören anderen Schreibenden und Lesenden zu; manche schreiben ein zweites Buch.

Impression aus dem Pilotprojekt (Bild: Tibor Nad)

Impression aus dem Pilotprojekt (Bild: Tibor Nad)

8. Lektorat & Korrektorat

Beobachtung: Ansprüche sind unterschiedlich; die Teilnehmenden organisieren Lektorat und Korrektorat mit Freunden und Familien bzw. Profis selbst.

Schlussfolgerung: Die Zusatzleistungen der Edition Unik beinhalten ein intensives und ausführliches Mentorenprogramm sowie eine Textprüfung.

7. Schreibsoftware

Beobachtung: Die Lust auf «Online» ist gross; dabei ist die neue Software zunächst Hürde, später Verdienst.


Schlussfolgerung: Die einheitliche und für die Edition Unik konzipierte und programmierte App ist funktional und selbsterklärend.

 

10. Gebühren

Beobachtung: Finanzielle Möglichkeiten unterscheiden sich stark; die Edition Unik ist für alle.

Schlussfolgerung: Die ausführlichen Zusatzleistungen «Mentorenprogramm» und «Textprüfung» ergänzen das attraktive Basispaket.

9. Überschaubarkeit

Beobachtung: Teilnehmende kommen aus fast allen Teilen der Deutschschweiz und finden den Weg nach Zürich.

Schlussfolgerung: Die Auftakt-, Austausch- und Abschlussveranstaltungen finden weiterhin in Zürich statt; Cafés sind flexibel.

 

Hier

Ein Gastbeitrag von Pia Tschupp. Sie hat in der Edition Unik ihr Buch geschrieben, die Geschichte «Hier» ist darin erschienen.

Hier im Müliquartier bin ich Mutter zweier Söhne geworden. Hütten haben sie gebaut, Hütten mit Öfen zum Einheizen. Ihre Fussbälle sind in fremde Gärten, auf die Hauptstrasse oder in den Bach gerollt. Im alten Stall haben sie hantiert mit Nägeln, Schrauben und allerlei Werkzeug. Heute sind sie erwachsen, sie sind weggezogen hinaus in die Welt. Sie leben ihr eigenes Leben.

Viele Jahre habe ich als Lehrerin gearbeitet, habe musiziert und jeden Frühling den Garten neu bestellt, habe Familientragödien mitgetragen, bin durch die nahen Wälder gestreift, habe wilde Kräuter, Früchte und Beeren gesammelt, bin immer wieder hierher zurückgekehrt von meinen Reisen und habe tiefe Wurzeln geschlagen.

Hier bin ich zu Hause.

Fünf Fragen an: Stefanie Roth

Bild: Pexels.com

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1. Was ist Ihre Rolle in der Edition Unik?
Ich war eine der Praktikantinnen, die das Pilotprojekt 2015 wissenschaftlich begleitet haben. Dabei habe ich zur Motivation der Schreibenden recherchiert.

2. Braucht es die Edition Unik?
In den Interviews habe ich gemerkt, wie wichtig es den Teilnehmenden ist, ihre spannenden Lebensgeschichten für sich selbst sowie für die Nachwelt zu bewahren.

3. Was raten Sie den Schreibenden?
Dass sie so viele Erinnerungen wie möglich aufschreiben. Wir Jüngere würden uns sehr freuen!

4. (Wie) soll es mit der Edition Unik weitergehen?
Sie soll noch mehr Menschen ansprechen und ein breites Publikum erreichen, damit ein noch grösserer Schatz an Lebensgeschichten geborgen werden kann.

5. Was lesen Sie am liebsten?
Gesellschaftsromane – die sich ja auch mit den Geschichten und Entwicklungen von Menschen beschäftigen.

Stefanie Roth ist Studentin an der Universität Zürich. Sie hat das Pilotprojekt der Edition Unik im Frühjahr 2015 begleitet.